Die Geschichte der Fernschnellzüge (F-Züge) der Deutschen Bundesbahn ist ein faszinierendes Kapitel in der Entwicklung des deutschen Eisenbahnwesens. Ursprünglich von der Deutschen Reichsbahn im Jahr 1923 eingeführt, dienten diese Züge dazu, den Fernverkehr zwischen Großstädten mit einem höheren Komfort- und Preissegment zu bedienen. Die F-Züge waren besonders für ihre kurzen Fahrzeiten und den gehobenen Komfort bekannt. Sie führten nur die erste und zweite Klasse und erhoben einen besonderen Zuschlag zum Fahrpreis, der über dem normalen Schnellzug-Zuschlag lag.
Die ersten beiden Fernschnellzüge starteten am 1. Juli 1923 zwischen Berlin und Hamburg sowie Berlin und München. Diese Züge waren mit modernen und leistungsstarken Dampflokomotiven ausgestattet und konnten eine Reisegeschwindigkeit von 65–76 km/h erreichen, was für die damalige Zeit als besonders schnell galt. Die Höchstgeschwindigkeit dieser Züge betrug anfangs 110 km/h. Im Laufe der Jahre wurden die Fernschnellzüge mit verschiedenen Lokomotivtypen betrieben, darunter die Baureihen S 10 und S 3/6, später dann die Baureihen 01 und 03.
Mit der Einführung der Intercity-Züge im Jahr 1971 endete die Ära der Fernschnellzüge. Bis dahin hatten sie eine wichtige Rolle im deutschen Eisenbahnnetz gespielt und die Wirtschaftszentren des Landes miteinander verbunden. Die Fernschnellzüge waren auch international unterwegs und verbanden wichtige Ziele im benachbarten Ausland.
Ein besonderes Highlight in der Geschichte der F-Züge war der legendäre “Rheingold”, ein Salonwagenzug, der für seinen Luxus und seine Eleganz bekannt war. Dieser Zug und andere wie die “Fliegenden Züge”, die mit Schnelltriebwagen betrieben wurden, repräsentierten das Spitzenangebot der Deutschen Reichsbahn und später der Deutschen Bundesbahn für eine finanzkräftige Klientel. Trotz ihrer begrenzten verkehrlichen Bedeutung hatten diese Züge einen hohen symbolischen Wert und trugen zur Anerkennung der Reichsbahn bei, sowohl national als auch international.
Der “Rheingold” war ein legendärer Luxuszug, der für seine Eleganz und den hohen Komfort bekannt war. Er wurde erstmals am 15. Mai 1928 von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft als Fernfernschnellzug (FFD) eingesetzt und verband Hoek van Holland bzw. Amsterdam mit verschiedenen Zielorten in der Schweiz. Der Zug bestand aus eigens beschafften Pullmanwagen und bot den Reisenden eine exklusive Reiseerfahrung. Während des Betriebs bis 1939 führte der “Rheingold” ausschließlich die erste und zweite Wagenklasse und verlangte einen zusätzlichen FFD-Zuschlag über den normalen Fahrpreis für Fernschnellzüge hinaus.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der “Rheingold” 1951 von der Deutschen Bundesbahn wieder eingeführt, diesmal mit allen drei Wagenklassen. Ab 1962 kamen neu entworfene Wagen zum Einsatz, darunter auch Aussichtswagen im Stil amerikanischer „Dome Cars“. 1965 wurde der “Rheingold” zum Trans-Europ-Express (TEE) hochgestuft und blieb bis zur Einstellung des Betriebs im Jahr 1987 ein Symbol für Luxus und Qualität im europäischen Zugverkehr.
Heute sind einige der für den “Rheingold” beschafften Wagen erhalten geblieben und werden für Sonderfahrten und museale Zwecke genutzt. Sie erinnern an eine Zeit, in der das Reisen mit dem Zug nicht nur ein Mittel zum Zweck war, sondern ein Erlebnis, das mit Stil und Komfort verbunden wurde. Der “Rheingold” zählt zu den “großen” internationalen Fernzügen und wird oft in einem Atemzug mit anderen berühmten Zügen wie dem “Orient-Express” oder dem “Blue Train” genannt.
Liniennetzplan Fernschnellzüge
Die F-Züge der Deutschen Bundesbahn waren also mehr als nur ein Transportmittel; sie waren ein Symbol für Fortschritt und Qualität im deutschen Eisenbahnverkehr und haben die Entwicklung des modernen Fernverkehrs maßgeblich beeinflusst. Ihre Geschichte spiegelt die technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen wider, die Deutschland im 20. Jahrhundert durchlaufen hat.
Hier die Verbindungen von 1969:
F 7 RHEINBLITZ
Basel – Dortmund
Kurswagen von Zürich und München
TEE 9 RHEINGOLD
Genéve – Amsterdam
Kurswagen von Genève und Milano nach Dortmund
Chur und München nach Amsterdam
München und Milano nach Hoek v. Holland
TEE 11 REMBRANDT
München – Amsterdam
von Zurich
F 13 PORTA WESTFALICA
Köln – Hannover
F 15 DOMPFEIL
Frankfurt-Köln-Hannover
F 17 GERMANIA
Bonn – Hannover
TEE 18 MEDIOLANUM
Milano – München
TEE 19 SAPHIR
Frankfurt – Bruxelles/Brussel
TEE 21 RHEINPFEIL
München – Dortmund
nach Hoek v. Holland
und Amsterdam
F 23 SCHWABENPFEIL
Stuttgart – Dortmund
TEE 26 DIAMANT
Bruxelles/Brussel- Köln
F27 RHEINBLITZ
Munchen – Dortmund
F 29 HANSEAT
Köln – Hamburg/Altona
nach Kiel
F 31 PATRIZIER
Köln – Hamburg-Altona
F 33 GAMBRINUS
München – Hamburg/Altona
von Nurnburg nanach Kiel
TEE 35 RHEIN-MAIN
Frankfurt – Amsterdam
F 37 HANS SACHS
München – Hagen
TEE 41 PARIS-RUHR
Paris Nord – Dortmund
TEE 43 PARSIFAL
Paris Nord – Hamburg/Altona
TEE 55 BLAUER ENZIAN
Klagenfurt – München- Hamburg/Altona
TEE 77 HELVETIA
Zürich – Hamburg/Altona
nach Amsterdam
TEE 79 ROLAND
Milano – Bremen
von Chru
Milano nach Hoek v. Holland und Dortmund
F 117 PRINZREGENT
München – Frankfurt
F 131 TOLLER BOMBERG
Köln – Hamburg Altona
F 140 SACHSENROSS
Frankfurt – Hannover – Bielefeld (Köln)
F 141 SACHSENROSS
Köln – Hannover – (Frankfurt)
F 147 WILHELM BUSCH
Köln-Hannover
F 171 MERCATOR
Stuttgart – Bremen
Frankfurt – Bremen
Stuttgart – Frankfurt
D 333
Köln – Dortmund


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