Man merkt, ich habe Urlaub und so habe ich auch etwas Zeit, mal Themen anzusprechen, die man vielleicht mal im Kopf hat oder hatte, aber nie wirklich die Zeit und Muße hatte, sich damit zu beschäftigen. Die Welt, in der ich aufgewachsen bin, war sicher nicht einfacher oder besser, als heute, sie war zu mindestens politisch besser strukturiert. Es gab den Westen, es gab den Osten und es gab die 3. Welt. Es war natürlich nicht so einfach, aber so kann man das in einem Satz sagen.
Heute ist die Welt komplexer und wir versuchen sie besser zu verstehen und die Informationsflut ist auch eine Herausforderung. Das ist aber auch der Entwicklung geschuldet, früher gab es den Brockhaus, heute das Internet. Dazu kommt, seit 1989, dass sich die Welt nicht mehr in drei Bereiche einteilen lässt und Einteilungen per se sehr fragil ist. Aktuell sehen wir das ja in der seit dem 2. Weltkrieg gewachsenen Partnerschaft mit den USA, die heute eben nicht mehr Papier wert ist, auf das es einmal geschrieben worden ist.
So werden Stimmen laut, man müsse unabhängiger werden. Richtig, denn wenn man nicht auf Freundschaften und Bündnisse aufbauen kann, muss man sich emanzipieren. Im Großen ist das nicht einfach, und privat ja auch nicht. Und genau darauf möchte ich einmal eingehen.
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Hardware
Zunächst beschäftige ich mich mal mit Geräten, also Hardware. Da denkt man zunächst an Computer oder Smartphone, nein, es ist mittlerweile mehr. Man erstellt am besten mal eine Liste an Geräten, die sich so im Haus befinden und fügt nut den Kommentar hinzu, ob das Gerät „smart“ ist oder nicht. Ein klassisches Beispiel ist der Toaster oder der Fernseher.
| Früher | Heute |
Toaster | Ein Bimetall sorgte für den Auswurf des Toastes. Mechanische Lösung. Einen Toaster konnte man reparieren. Ein Toaster war eine langfristige Anschaffung, da der Preis hoch war. | Ein Chipsatz steuert die Garzeit, die Produktion ist günstig, da mehr Plastikteile verwendet werden und die Produktion in Billiglohnländern erfolgt. Oder warum meinst Du ist der Toaster heute so günstig? |
Fernseher | Es wurde eine Röhre verwendet, das Innenleben war elektromechanisch geprägt. Einen Fernseher konnte man reparieren. Ein Fernseher war eine langfristige Anschaffung, je größer die Röhre, um so teurer und schwerer (Gewicht). | Ein Fernseher heute ist wie ein flacher All in One Computer, oft wird ein Betriebssystem installiert, er verfügt über LAN/WLAN, Fernsehen kommt nicht mehr analog über Antenne oder Kabel sondern via Stream aus dem Internet. |
Und so geht man mal durch sein Haus oder Wohnung, die Garage und den Keller nicht vergessen, und ja auch das Auto und das Fahrrad. Bitte auch nicht vergessen: Heizung und Licht.
Da wird einiges zusammenkommen, dazu der Computer und das Smartphone und/oder Tablet. Jeder muss sich nun folgende Fragen stellen:
- Wie sehr bin ich bereit auf smarte Lösungen zu verzichten?
- Wie sehr bin ich bereit auf lieb gewonnene Annehmlichkeiten zu verzichten?
- Wie viel Geld möchte ich ausgeben?
- Kann ich damit leben, mehr Zeit für Unabhängigkeit aufzubringen (Wartezeit)?
- Welche Vorteile hat Unabhängigkeit?
Unabhängigkeit ist natürlich wünschenswert, aber betrachtet man die Sache mal detailliert, wird es Grenzen geben. Fakt ist, alte Toaster und alte Röhrenmonitore gibt es nicht mehr zu kaufen. Das will auch niemand. Ein zurück wäre auch kontraproduktiv. In den meisten Fällen haben wir als Konsument nur wenige Möglichkeiten und dem zu widersetzen, da muss auch die Politik etwas machen.
Aber bevor man zum Beispiel einen neuen Fernseher kauft, kann man sich erkundigen, wo die Hersteller produzieren lassen, welche Komponenten wurden verbaut und kann man als Anwender bestimmte Dinge „ausschalten“. Ich meine jetzt nicht nur die Standby Taste.
Braucht man eine smarte Kaffeemaschine? Oder reicht nicht auch eine Zeitschaltuhr, mechanisch?
Um gleich die Frage zu beantworten, kann man auch europäische Artikel verwenden? Jein. Das liegt auch an der Globalisierung. Das Innenleben wird oft günstig in Ländern mit niedrigen Löhnen produziert, und die liegen meist in Asien. Selbst wenn man heute einen smarten Fernseher in Deutschland bauen möchte, selbst wenn man bereit wäre, dafür mehr Geld auszugeben, das Innenleben wird nicht mehr in Deutschland oder Europa entwickelt, produziert und verbaut. Das haben wir abgegeben und es braucht sehr viel Zeit, das verlorene Wissen zurück zu holen. Wir wollten es ja als Konsumenten so. Es sollte ja günstig sein.
Das betrifft die Alltagsgegenstände aber auch das, was wir traditionell als Hardware bezeichnen. Fast jeder Mensch in Deutschland und Europa hat einen Computer zu Hause stehen oder einen Laptop, oder ein Tablet oder ein Smartphone. Dazu hat man vielleicht einen Mobilfunkvertrag oder traditionelle Internetverbindungen, bestenfalls mit Glasfaser.
Auch hier haben wir die Globalisierung genutzt, um für wenig Geld etwas zu bekommen. Der Bereich Computer war schon früh abgewandert, heute werden die meisten intelligenten Bausteine eines Computers außerhalb der EU entwickelt, produziert und verbaut. Mit der Erfindung des iPhones 2007 nahm dieser Trend noch einmal Fahrt auf, wir kennen die Diskussionen über die Produktionsbedingungen in China.
Es gibt also, das ist Fakt, nichts, was man anfassen kann, was aus Deutschland oder Europa kommt. Nokia ist Geschichte.
Bei Hardware kann der Konsument also wenig bis gar nichts auf dem Markt finden. Hier ist politischer Wille und Unternehmertum gefordert. Ist der Konsument, also wir, bereit mehr zu bezahlen, kann man die hohen Produktionskosten in Europa und Deutschland finanzieren, und wir können unabhängiger werden. Das ist aber eine Frage, die jeder von uns beantworten muss.
Auf Hardware muss aber mindestens auch ein Betriebssystem installiert sein. Sonst funktioniert ein Computer und ein Smartphone nicht. In diesem Kontext kommen wir wieder an die Grenzen. Schauen wir uns mal Computer an.
Wir wissen ja jetzt, Computer, die reine Hardware kommt nicht aus Europa oder Deutschland. Das Betriebssystem kommt aus?
Microsoft
Microsoft ist von Anfang an dabei, das Betriebssystem Windows begleitet uns schon seit der Erfindung von Windows. Microsoft ist ein Unternehmen aus den USA und wir haben ja über die Zeit gelernt, was Microsoft gerne von uns hätte: Geld und Daten. Microsoft hat ein Monopol, die EU hat entsprechende Gesetze erlassen, und Microsoft steht immer wieder im Fokus.
Apple
Apple ist auch von Anfang an dabei. Apple ist mit MacOS und seiner eigenen Hardware vereint und ist heute mehr verbreitet, als noch früher. Apple ist ein Unternehmen aus den USA, die Hardware wird wo produziert? Das war eine rhetorische Frage.
Google, eher als Suchmaschine bekannt, hat auch ein Betriebssystem für Hardware entwickelt. Zu Google muss man nicht viel schreiben, spätestens bei der Suchmaschine und Smartphone Betriebssystemen spricht man von Monopolstellung.
Linux
Linux. Ja, da war was. Linux in Reinform ist in der Tat quelloffen, transparent und unabhängig. Linux als Betriebssystem ist tatsächlich eine Alternative. Man muss nur prüfen, welche Variante man verwendet und welche Unternehmen dahinter stecken. Ein weiterer Vorteil von Linux wird erst später wirklich bekannt: Es läuft auf älterer Hardware, man wird also von Herstellern und den anderen Betriebssystemen nicht zu einem Neukauf gezwungen und man begibt sich nicht so sehr in finanzielle Anhängigkeit, denn Monopolisten fangen einen ja zunächst mit niedrigen Kosten, die sie dann, wenn die Abhängigkeit da ist, entsprechend hochschrauben. Dazu jedoch mehr im Teil, bei dem ich auf Software und Apps eingehe.
Ansonsten gibt es nur Lösungen, die entweder nicht so bekannt sind oder wo auch Bastler gefragt sind. So was ist natürlich nicht massentauglich.
Bei Computern wissen wir also spätestens jetzt, dass wir direkt auf Hardware keinen Einfluss haben, beim Betriebssystem aber schon. Lieb gewordene Gewohnheiten und die eigene Bequemlichkeit sprechen aber oft gegen einen Wechsel. Wie gesagt, wer unabhängiger sein möchte, muss wohl mal aufstehen und was machen.
Bei Smartphones ist diese Unabhängigkeit völlig unmöglich. Apple, Google und die Hersteller von Android Smartphone haben Europa und Deutschland in der Hand. Hardware und Betriebssystem sind eng verdrahtet. Apples ja schon per se, wie bei Computern, bei Android, von Google entwickelt, verändert jeder Hersteller das Betriebssystem nach seinen eigenen Vorstellungen und liefert nur Updates, bis man mal wieder ein neues Smartphone verkaufen möchte.
Es gibt zwar immer mal wieder Projekte und Ideen, Hardware und andere Betriebssysteme zu entwickelt, aber die Monopolstellung kann hier nur schwer durchbrochen werden.
Sich im privaten unabhängiger mit Geräten aufzustellen ist also nicht so einfach und benötigt Zeit:
- Es fehlt an europäischen oder deutschen Bauteilen, von Entwicklung bis hin zur Produktion.
- Es fehlt an europäischen oder deutschen Firmen, die Hardware bauen und verkaufen.
- Es fehlt am Markt, der bereit ist, sich auf was Neues einzulassen und dafür mehr Geld auszugeben.
Da kann man nur hoffen, dass die Politik nicht nur bei Panzern oder Autos drauf schaut sondern auch bei den Dingen des täglichen Lebens. Der Markt hat viele europäische Firmen seit den 1980ern kaputt gemacht und heute haben wir genau dafür keine Infrastruktur mehr. Es reicht nicht aus, Windparkanlagen, Kraftwerke oder Kommunikationsstruktur sicher vor hybriden Angriffen zu machen, wenn das, was am Ende daran hängt, immer noch „angreifbar“ ist.
Fazit Hardware
Fazit für Hardware: Weniger „smart“ ist mehr Sicherheit und Unabhängigkeit. Was man selbst machen kann, muss man wollen. Ansonsten braucht es Zeit, bist man die Basis geschaffen hat und man wieder europäische oder deutsche Produkte kaufen kann.
Software
Bei Software, Neudeutsch „App“, kommt von Applikation, ist die Lage etwas einfacher, wenngleich man einiges beachten muss. Sinnvoll ist die Verwendung von Open Source Software, die ist in der Regel quelloffen, also transparent. Oder man entscheidet sich für Anbieter aus Europa oder Deutschland. Noch gibt es sie, also sollte man sie auch verwenden, wenn man bereit ist, sich von lieb gewonnen Gewohnheiten zu verabschieden. Hier mal Beispiele.
Office Anwendungen
Die meisten Menschen kennen Microsoft Office. Im Namen steht auch gleich die Herausforderung, es ist ein Unternehmen aus den USA. Auch die Entwicklung von Microsoft Office ist eine Herausforderung, immer mehr Clouddienste kommen dazu, es werden jährliche Gebühren fällig und man kommt nicht so einfach davon los, man kennt die Software und privat etwas dazulernen?
Es gibt Open Source Alternativen und Alternativen von anderen Anbietern. Libre Office, hatte sich damals von Open Office abgespalten, ist so eine Alternative. Libre Office kann auch die Formate und teilweise die Funktionen von Microsoft Office, so dass man nicht mehr unbedingt ein Excel benötigt. Man muss sich aber umgewöhnen, auch wenn man die Ansicht der Software schon im Ansatz an Microsoft Office anpassen kann.
Der Vorteil: Es kostet nicht und ist eine traditionelle Installation lokal auf dem Rechner. Man muss sich nur noch Gedanken um den Speicher machen.
Es gibt aber auch Alternativen, die man bezahlen kann, aber mal ehrlich, privat etwas texte schreiben, mal einen Haushaltsplan erstellen oder die Vereinsverwaltung machen? Das geht auch kostenfrei.
Da sind gleich zwei Dinge zu beachten: E-Mail Provider und E-Mail Software. Wenn man Google Mail verwendet ist man gleich wieder mit all seinen Daten bei einem Unternehmen der USA. Da gibt es auch Alternativen, die man sogar teilweise von früher kennt.
Bei der E-Mail Software, wenn man so etwas wirklich benötigt und man E-Mails nicht im Browser machen möchte, kann man auf emClient oder TheBat zurück greifen. Viele verwenden ja auch Firefox, Thunderbird kommt von der Mozilla Foundation. Hier kann man jedoch sagen: Es kommt im wesentlichen auf den E-Mail Dienst an, weniger auf die Software.
Nachrichten
WhatsApp ist glaube ich auf jedem Gerät. WhatsApp gehört zu Meta, also Facebook. Ein Unternehmen in den USA. Ja, es gibt Alternativen. Hier ist der Wechsel jedoch nicht einfach. Nein, es geht nicht um die Technik, es geht um die lieb gewonnenen Gewohnheiten und weil es jeder hat.
Möchte man hier also wechseln, sollte man mit Familien und Freunden vorher sprechen und gemeinsam wechseln, zum einen ist man dann sicher, dass man sich auch dort wiedertrifft und man kann gemeinsam lernen, wie ein anderer Dienst funktioniert.
Soziale Netzwerke
Alle gängigen Sozialen Netzwerke befinden sich in den USA oder China (TikTok). Wenn man nicht mitmachen möchte, benötigt man auch keine Alternative, man macht es erst gar nicht. Benötigt man es dennoch sollte man sich darüber im klaren sein, dass die Reichweite zunächst einbricht. Zwar finden dank Trump und Musk immer mehr Menschen zu alternativen sozialen Netzwerken, die Gesamtnutzeranzahl ist dennoch gering.
Man kann dort also nur versuchen, etwas zu ändern, also auf neue Plattformen wechseln und die alten Plattformen mäßiger verwenden und Beiträge nur zur neuen Plattform zu teasern.
Aber am Ende des Tages muss auch jeder selbst für sich entscheiden, was man preisgeben möchte, denn auch die Alternativen leben von Daten, Deinen Daten.
KI und KI Anwendungen
KI und KI Anwendungen sind eine feine Sache, wenn man weiß, wie sie funktionieren, welche Quellen sie verwenden und wie sie lernen. Denn am Ende ist eine KI nur so gut, wie sie lernt und was sie lernen kann. Es gibt Wissenschaftler, die erkennen zwar die Schnelligkeit an, jedoch zusätzliches Wissen wird irgendwann fehlen und die Blasenbildung ist ähnlich kritisch zu sehen, wie bei Suchmaschinen, man kann sich nicht sicher sein, wirklich alles an Informationen zu erhalten.
Hier muss man die Nutzungsbedingungen auch lesen, denn KI ist zunächst nur in den USA und eine Alternative in China vorzufinden. Und alle KI Anwendungen, und sei es nur „Bildverbesserer“ in Foto-Applikationen, die KI verwenden, greifen darauf zurück.
Wichtig ist vorher zu prüfen, ob die Dienste Daten von Dir übertragen zu lernzwecken. Denn dann geht alles, was Du machst in die USA oder China.
Fazit Software
Ich habe hier ans Ende mal eine Liste der Alternativen eingestellt, mehr findet man aber auch auf Portalen, die sich mit IT beschäftigen. Einfach mal dort vorbeischauen.
An den Beispielen sieht man ganz gut, es ist möglich, man sollte trotzdem wachsam bleiben und manchmal gibt es auch keine Alternative. Die größte Hürde sind wir aber selbst: Runter vom Sofa und ausprobieren, man lernt nie aus.
| E-Mail Dienste | web.de | GMX | Posteo | Mailbox.org | ProtonMail |
|---|---|---|---|---|---|
| Browser | Vivaldi | Mullvad Browser | |||
| Cloud Speicher | Proton Drive | Filen | Cozy | ||
| Messenger | Threema | Olvid | |||
| Foto Cloud | Jottacloud | pCloud | immich | ||
| E-Mail Programm | emClient | TheBat | |||
| Suchmaschinen | Quant | Seachr.ch | |||
| Office | Ashampoo Office | Softmaker Office | Libre Office | ||


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