Passend zur Antidemokraten Kampagne habe ich mal große Vorbilder und bestimmte Zitate aus der Geschichte der SPD zusammengetragen.
Otto Wels
(* 15. September 1873 in Berlin; † 16. September 1939 in Paris) war ein sozialdemokratischer deutscher Politiker.
Wels war von 1919 bis in die Zeit der Exil-SPD während der Herrschaft der Nationalsozialisten SPD-Vorsitzender. Von 1912 bis 1918 war er Abgeordneter des Reichstags des Deutschen Kaiserreichs, von 1919 bis 1920 Mitglied der Weimarer Nationalversammlung und von 1920 bis 1933 Abgeordneter des Reichstags der Weimarer Republik.
Wir sind wehrlos, wehrlos ist aber nicht ehrlos. Gewiss, die Gegner wollen uns an die Ehre, daran ist kein Zweifel. Aber dass dieser Versuch der Ehrabschneidung einmal auf die Urheber selbst zurückfallen wird, weil es nicht unsere Ehre ist, die bei dieser Welttragödie zu Grunde geht, das ist unser Glaube bis zum letzten Atemzug. Freiheit und Leben kann man uns nehmen - die Ehre nicht!
Otto Wels
Es war der 23. März 1933 in der Berliner Krolloper. Wels hielt die letzte freie Rede in einer Reichstagssitzung. Die Sitzung, in der Adolf Hitler sein Ermächtigungsgesetz durchsetzte. Sozialdemokraten wurden längst von den Nazis verfolgt, bedroht und verhaftet – während Wels’ Rede standen SA-Männer im Saal. Der Vorsitzende sprach trotzdem. Bei der Abstimmung waren es nur die 94 Abgeordneten der SPD-Fraktion, die ihre Stimme gegen das Diktatorengesetz und damit für die Demokratie abgaben.
Kurt Schumacher
Kurt (amtlich Curt) Ernst Carl Schumacher (* 13. Oktober 1895 in Culm, Westpreußen; † 20. August 1952 in Bonn) war ein deutscher Politiker, von 1946 bis 1952 Parteivorsitzender der SPD sowie von 1949 bis 1952 Oppositionsführer im Deutschen Bundestag. Schumacher war von 1945 bis 1949 maßgeblich am Wiederaufbau der SPD in Westdeutschland beteiligt und der große Gegenspieler Konrad Adenauers. Auch wenn Schumacher sich in der Opposition langfristig mit seinen politischen Vorstellungen zum größten Teil nicht durchsetzen konnte, gehörte er zu den Gründervätern der Bundesrepublik Deutschland. Hervorzuheben ist seine strikte Ablehnung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), wodurch er das Profil der Sozialdemokratie in der Bundesrepublik entscheidend prägte.
Am 3. Februar 1932 rechnete Kurt Schumacher mit Joseph Goebbels ab:
Die ganze nationalsozialistische Agitation ist ein dauernder Appell an den inneren Schweinehund im Menschen. Wenn wir irgendetwas beim Nationalsozialismus anerkennen, dann ist es die Tatsache, dass ihm zum ersten Mal in der Politik die restlose Mobilisierung der menschlichen Dummheit gelungen ist.
Kurt Schumacher
Kurt Schumacher war gegen den Zusammenschluss von KPD und SPD in den von der UdSSR besetzten deutschen gebieten, später DDR, aber auch ein Gegner der westlichen Ausrichtung der BRD und des hemmungslosen Kapitalismus.
Und heute ist die Frage 'Kommunist oder Sozialdemokrat?' die Frage 'Russe oder Deutscher?' - und wir sind die Deutschen! Aus unserer ganzen Geisteshaltung heraus gibt es für uns keinen Sozialismus ohne Freiheit. (...) Und ich meine, so sehr wir uns dagegen wehren, den totalitären Staatskapitalismus auf uns übertragen zu lassen, so sehr wehren wir uns auch gegen die Annahme des free enterprise. Europa steht und fällt mit der Gleichzeitigkeit von Demokratie und Sozialismus.
Kurt Schumacher
Auszug einer Rede vom 1. November 1947.
Willy Brandt
Willy Brandt (* 18. Dezember 1913 in Lübeck als Herbert Ernst Karl Frahm; † 8. Oktober 1992 in Unkel) war ein deutscher Politiker (SPD). Von 1969 bis 1974 war er als Regierungschef einer sozialliberalen Koalition von SPD und FDP der vierte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Zuvor hatte er von 1966 bis 1969 während der ersten Großen Koalition im Kabinett Kiesinger das Amt des Außenministers und Vizekanzlers ausgeübt. Vom 3. Oktober 1957 bis zu seinem Eintritt in die Bundesregierung am 1. Dezember 1966 war er Regierender Bürgermeister von Berlin.
Von 1964 bis 1987 war Brandt SPD-Parteivorsitzender und von 1976 bis 1992 Präsident der Sozialistischen Internationale.
Unter dem Motto Wandel durch Annäherung gab Brandt als Bundeskanzler die bis Ende der 1960er Jahre an der Hallstein-Doktrin ausgerichtete Außenpolitik Westdeutschlands auf und leitete mit seiner neuen Ostpolitik eine Zäsur im politisch konfrontativen Klima des Kalten Krieges ein. Mit den Ostverträgen begann er einen Kurs der Entspannung und des Ausgleichs mit der Sowjetunion, der DDR, Polen (Kniefall von Warschau) und den übrigen Ostblockstaaten. Für diese Politik erhielt Brandt 1971 den Friedensnobelpreis.
Willy Brandt schrieb in seinen Erinnerungen an die legendären Geste seines Kniefalls vor dem Ehrenmal der Helden des Warschauer Ghettos am 7. Dezember 1970:
Am Abgrund der deutschen Geschichte und unter der Last der Millionen Ermordeten tat ich, was Menschen tun, wenn die Sprache versagt.
Willy Brandt
Wegweisend auch ein Zitat aus seiner Antrittsrede als erster sozialdemokratischer Bundeskanzler der BRD:
Wir wollen mehr Demokratie wagen.
Kurt Schumacher
Oskar Lafontaine
Oskar Lafontaine (* 16. September 1943 in Saarlautern, heute Saarlouis) ist ein deutscher Publizist und Politiker (BSW, zuvor Die Linke, WASG, PDS und SPD).
Von 1985 bis 1998 war er Ministerpräsident des Saarlandes. Er war Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl am 2. Dezember 1990 (kurz nach der Wiedervereinigung) und von 1995 bis 1999 SPD-Vorsitzender. Nach der Bundestagswahl im September 1998 – Gerhard Schröder wurde Bundeskanzler – übernahm er im Kabinett Schröder I das Bundesministerium der Finanzen. Im März 1999 legte er überraschend alle politischen Ämter nieder, auch sein Bundestagsmandat. Fortan trat er als Kritiker des rot-grünen Regierungskurses auf, während Schröder als Kanzler zugleich den SPD-Vorsitz übernahm.
Im Jahr 2005 wechselte Lafontaine von der SPD zur neu gegründeten Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit (WASG). Diese ging durch seine Initiative im Juni des Jahres ein Wahlbündnis mit der PDS ein, die sich dafür in Die Linkspartei.PDS umbenannte. Von 2005 bis 2009 war Lafontaine mit Gregor Gysi Fraktionsvorsitzender der Linksfraktion im Deutschen Bundestag. Vom 16. Juni 2007 bis zum 15. Mai 2010 war er neben Lothar Bisky Parteivorsitzender der neugebildeten Partei Die Linke, der Verschmelzung des Wahlbündnisses. Von beiden politischen Ämtern zog er sich aus gesundheitlichen Gründen zurück, wurde jedoch nach Genesung auf Landesebene wieder politisch aktiv.
Nach der Landtagswahl im Saarland 2009, bei der Die Linke mehr als 20 % der Stimmen erhielt und damit erstmals in den Landtag einzog, wurde Lafontaine Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Saarländischen Landtag. Dieses Amt übte er bis 2022 aus. Von Mai 2012 bis 2022 war er auch Oppositionsführer. Er versuchte mehrfach erfolglos, die SPD zu einem Bündnis auf Landesebene zu bewegen. Bei der Landtagswahl im Saarland 2022 kandidierte er nicht mehr für den Landtag. Am 17. März 2022 gab er seinen Austritt aus der Linkspartei bekannt.
Ein passendes Zitat habe ich leider nicht gefunden. Nur so viel: Im Bundestagswahlkampf war der SPD Bundeskanzlerkandidat der einzige Politiker, der offen das Thema Kosten und Vereinigung beider deutschen Staaten ansprach. Er ging nicht davon aus, dass von heute auf morgen „blühende Landschaften“ entstehen. Die Überbrückung der unterschiedlichen Entwicklungen von BRD und DDR würde Zeit und Geld kosten. Das wollte niemand hören. Heute weiß man es besser.
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Sozialdemokraten sind auch nur Menschen und machen auch Fehler. Aber ein ist absolut klar, Sozialdemokraten setzten sich immer nach dem 1. Weltkrieg für Demokratie ein und für soziale Gerechtigkeit.
Weitere Quellen:
- Süddeutsche Zeitung (SZ)
- Wikipedia
- Bildquellen unter den Bildern


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