Wir erleben gerade in Magdeburg wieder einen Anschlag und dunkle Stunden. Die Nachrichtenlage zum Attentat auf den Weihnachtmarkt zeigt einen Anschlag, der einmal mehr aufzeigt: Terrorismus ist keine Frage einer politischen Richtung oder des Glaubens, er ist heute mehr denn je vielschichtig. Doch dazu möchte ich mich zunächst nicht äußern, ich bin einfach geschockt und meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen.
Syrien hat eine Chance, doch viele Risiken
Ich habe mich heute mit Syrien bschäftigt. Nach dem das Assad regime so schnell gestürzt wurde und in Deutschland schon die ersten Diskussionen geführt wurden, ob Syrer nun “abschoben” werden sollen, habe ich mich gefragt, ob sich schon jemand mal die Landkarte und die unterschiedlichen Interessen in Syrien angesehen hat und was da auf uns zukommen kann? Meines Erachtens ist Syrien bei weitem noch kein sicheres Herkunftsland und man muss genau beobachten, was dort jetzt geschieht.
Syrien befindet sich noch immer im Kriegszustand, und das seit Jahren, auch wenn sich die Machtverhältnisse nun geändert haben.
Die USA, sie haben die Kurden im Kampf gegen den IS unterstützt, haben sich schon lange aus Syrien zurückgezogen, lediglich 900 Soldaten der USA befinden sich noch in Syrien. Dabei betreiben die Kurden, im Norden des Landes, Gefangenenlager der IS.
Die Kurden waren die Bevölkerungsgruppe in Syrien und dem Irak, die am meisten gegen den IS gemacht haben und in der Vergangenheit immer unter den Machthabern gelitten haben.
Russland, es betreibt zwei Stützpunkte in Syrien direkt am Mittelmeer, zieht sich aber zurück, da es Assad ja jetzt nicht mehr unterstützen muss und weil militärische Kräfte dringend an der Front in der Ukraine gebraucht werden.
Israel nutzt die Gunst der Stunde und dringt militärisch auf syrisches Staatsgebiet über die Golanhöhen vor, durch die UN geschützte Pufferzone.
Die Türkei greift weiter kurdische Gebiete im Norden Syriens an, weil sie die Kurden als Terroristen ansehen.
Alles schaut auf den HTS, was die lokale Macht nun macht udn kaum jemand sieht leichte grauen Stellen auf der Landkarte Syriens, dort wo die IS dominiert.
In Zeiten des “Kalten Krieges” hat man solche Konstellationen als Stellvertreterkriege bezeichnet. Sie sind es heute natürlich auch.
Die Türkei lenkt mit dem Krieg gegen die Kurden von den Problemen im eigenen Land ab. Die hauptverbündeten gegen den IS werden von einem Nato-Mitgliedsstaat gejagt. Das darf nicht sein.
Israel dringt in Syrien ein und ignoriert abermals UN Recht. Keiner sagt was, das darf auch nicht sein.
Lassen wir doch Syrien seinen eigenen Weg finden, der wird auch ohne fremde Einflußnahme schwer genug. Ansonsten bleibt Syrien ein Flickenteppich und der Bürgerkrieg geht weiter. Leider.
Wir haben noch immer nicht aus den Folgen des Sykes-Picot-Abkommen gelernt. All das, seit dem 1. Weltkrieg, ist letztlich dafür verantwortlich, was wir heute noch erleben und wir handeln immer noch so, als könnten wir, als Fremde, dort Frieden schaffen. Da, wo vor Jahrhunderten früher ein blühendes Land lag, aus dem Kunst und Wissenschaft hervorging, als wir noch laufen lernten in Europa.
Lernen wir also bitte, halten uns mal bedeckt und lassen wir jene machen, die dort leben, die dort gekämpft haben, die dort jetzt ihren Weg finden müssen.



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Wir erleben gerade in Magdeburg wieder einen Anschlag und dunkle Stunden. Die Nachrichtenlage zum Attentat auf den Weihnachtmarkt zeigt einen Anschlag
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