Donald Trump kam diese Woche mit einem „Deal“ um die Ecke, um den Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu ermöglichen. Der Inhalt dieses „Deals“ ist brisant, aber wie immer bei Donald Trump, er spricht etwas aus, doch die Betroffenen wissen gar nichts davon. Und wir kennen Donald Trump, er ist wie ein Kind, bekommt er nicht das, was er will, und bitte sofort, macht er die Sandburg kaputt und brüllt rum.
Inhalt
Also abgesehen von den Faktoren, die wir kennen, hat der „Deal“ echten Sprengstoff für die Ukraine und Europa, denn es gibt mindestens ein Beispiel in der Geschichte, der uns aufhören lassen sollte.
Das, was ansatzweise von Donald Trump „Deal“ bekannt ist, ist ein vollkommenes Entgegenkommen an die Forderungen Wladimir Putin. Konkret wurde der „Deal“ so ausgelegt, dass es einem völligem Ausverkauf der Ukraine gleicht: Die völkerrechtliche illegale Annektion der Krim durch Russland würde an Russland fallen, dazu auch die bereits besetzten Gebiete plus der Gebiete, die völkerrechtlich illegal in der Verfassung Russlands genannten Gebiete.
Dazu kommt, dass die Ukraine keine Sicherheitsgarantien erhält, da Russland auch keine fremden NATO Truppen akzeptiert, wäre also selbst eine Schutz-Armee aus Frankreich und Großbritannien nicht möglich.
Die USA haben einen Zugriff auf Rohstoffe im Rest der Ukraine und am Ende kann die Ukraine nicht damit rechnen, als souveränes Land noch lange zu existieren. Es ist ein Ausverkauf.
Das kommt einem doch bekannt vor, das gab es schon einmal, dass Länder sich den Einfluß zusicherten und am Ende gab es bestimmte Länder nicht mehr. Ja, aktuell denkt jeder an die Jalta-Konferenz 1945, da haben die Siegermächte Europa aufgeteilt. Nein, ich spreche vom Hitler-Stalin-Pakt, der auch wirtschaftliche Interessen beinhaltete, denn 1945 gab es in Europa ja gar keine wirklich funktionierende Wirtschaft, war ja alles kaputt. Und am Ende gab es einige Länder plötzlich nicht mehr.
Der Hitler-Stalin-Pakt
Der Hitler-Stalin-Pakt, offiziell als Deutsch-sowjetischer Nichtangriffsvertrag bezeichnet, wurde am 23. August 1939 in Moskau zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und der Sowjetunion unterzeichnet. Die beiden Außenminister, Joachim von Ribbentrop für Deutschland und Wjatscheslaw Molotow für die Sowjetunion, setzten ihre Unterschriften unter das Abkommen.
Dieser Pakt war in vielerlei Hinsicht überraschend, da die beiden Regime ideologisch diametral entgegengesetzt waren und sich in der Propaganda heftig bekämpften. Für beide Seiten diente der Pakt jedoch strategischen Zielen:
- Für Deutschland: Hitler stand kurz vor dem geplanten Überfall auf Polen und wollte durch den Pakt eine sowjetische Intervention oder einen Zweifrontenkrieg vermeiden. Die Neutralität der Sowjetunion sicherte ihm freie Hand im Osten.
- Für die Sowjetunion: Stalin gewann durch den Pakt Zeit, um seine militärische Rüstung voranzutreiben. Zudem bot der Pakt die Möglichkeit, die sowjetische Einflusssphäre in Osteuropa auszudehnen.
Der öffentlich bekannte Teil des Vertrages enthielt folgende Hauptpunkte:
- Nichtangriffspakt: Beide Vertragspartner verpflichteten sich, einander nicht anzugreifen und keine Gewalt gegeneinander anzuwenden.
- Neutralität: Im Falle eines Angriffs durch eine dritte Macht auf einen der Vertragspartner, sollte der andere neutral bleiben.
- Konsultationen: Bei Fragen, die die beiderseitigen Interessen berührten, sollten Konsultationen stattfinden.
- Keine Teilnahme an gegen den Vertragspartner gerichteten Bündnissen: Beide Seiten verpflichteten sich, keinen Bündnissen beizutreten, die sich direkt oder indirekt gegen den anderen richteten.
- Laufzeit: Der Vertrag wurde auf zehn Jahre geschlossen und sollte sich automatisch um weitere fünf Jahre verlängern, sofern er nicht von einer der beiden Seiten gekündigt wurde.
Das geheime Zusatzprotokoll
Ein wesentlicher und später brisanter Bestandteil des Hitler-Stalin-Paktes war das geheime Zusatzprotokoll. Dieses wurde ebenfalls am 23. August 1939 unterzeichnet, aber sein Inhalt wurde lange Zeit von der Sowjetunion geleugnet und erst nach dem Zweiten Weltkrieg vollständig bekannt.
Das geheime Zusatzprotokoll regelte die Aufteilung der Interessensphären in Osteuropa zwischen Deutschland und der Sowjetunion für den Fall “territorial-politischer Umgestaltungen”. Die wichtigsten Punkte waren:
Polen: Das Gebiet Polens sollte entlang der Flüsse Narew, Weichsel und San in deutsche und sowjetische Interessensphären aufgeteilt werden. Die Frage, ob ein unabhängiger polnischer Staat erhalten bleiben sollte, blieb zunächst offen.
Baltische Staaten: Finnland, Estland und Lettland wurden der sowjetischen Interessensphäre zugesprochen.
Litauen: Das Interesse Deutschlands am Wilna-Gebiet wurde anerkannt. Die nördliche Grenze Litauens sollte gleichzeitig die Grenze der beiderseitigen Interessensphären bilden.
Bessarabien: Die Sowjetunion betonte ihr Interesse an Bessarabien, während Deutschland sein völliges politisches Desinteresse an diesem Gebiet erklärte.
Dieses geheime Protokoll ebnete den Weg für die deutsche Invasion Polens am 1. September 1939 und die anschließende sowjetische Besetzung Ostpolens am 17. September 1939. Es markierte den Beginn einer brutalen Aufteilung Osteuropas und führte zur Annexion und Besetzung der baltischen Staaten durch die Sowjetunion im Jahr 1940.
Lieferungen kriegswichtiger Güter der Sowjetunion an das Deutsche Reich
Nach dem Abschluss des Hitler-Stalin-Paktes intensivierten sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion. Am 11. Februar 1940 wurde ein deutsch-sowjetischer Wirtschaftsvertrag geschlossen, der die Lieferung bedeutender Mengen an Rohstoffen und Nahrungsmitteln aus der Sowjetunion an das Deutsche Reich regelte.
Diese Lieferungen waren für die deutsche Kriegswirtschaft von großer Bedeutung, insbesondere angesichts der britischen Seeblockade. Die Sowjetunion lieferte unter anderem:
Erdöl: Eine essenzielle Ressource für die deutsche Kriegsmaschinerie.
Getreide und andere Nahrungsmittel: Wichtig zur Versorgung der Bevölkerung und der Armee.
Baumwolle: Ein wichtiger Rohstoff für die Textilindustrie und militärische Zwecke.
Phosphate: Für die Produktion von Düngemitteln und Sprengstoffen.
Chrom und Manganerz: Wichtige Legierungsmetalle für die Stahlproduktion.
Eisenerz: Ein grundlegender Rohstoff für die Stahlindustrie.
Schrott: Zur Wiederverwertung in der Metallproduktion.
Platin und andere Metalle.
Im Gegenzug lieferte Deutschland vor allem Industriegüter und einige militärische Ausrüstungen an die Sowjetunion.
Die sowjetischen Lieferungen erreichten ihren Höhepunkt im Jahr 1940 und dauerten bis zum deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 an. Obwohl die genauen Mengen der gelieferten Güter variieren können und in der Forschung diskutiert werden, ist unbestritten, dass diese Lieferungen dem Deutschen Reich halfen, seine Kriegsanstrengungen in der Anfangsphase des Zweiten Weltkriegs aufrechtzuerhalten und die Auswirkungen der britischen Blockade zu mildern.
Es ist wichtig zu betonen, dass diese Kooperation zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und der kommunistischen Sowjetunion ein pragmatisches Bündnis war, das auf kurzfristigen strategischen Interessen beider Seiten beruhte und durch den deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 beendet wurde. Der Hitler-Stalin-Pakt und seine Folgen gehören zu den dunkelsten Kapiteln der europäischen Geschichte und hatten weitreichende Konsequenzen für die betroffenen Länder und ihre Bevölkerungen.
Was bedeutet das für die Ukraine?
Die Ukraine befindet sich in einer ganz ähnlichen Rolle, wie Polen 1939. Es gibt zwar Lippenbekenntnisse der Europäischen Union und Großbritannien, aber am Ende, solange keine westliche Armee in der Ukraine stationiert wird, wird ohne echten Schutz in ein paar Jahren Russland einfach die Ukraine überrennen und einverleiben, und so wahrscheinlich auch jene Staaten, die bis 1991 noch direkt oder über den Warschauer Pakt an die Sowjetunion gebunden waren, militärisch einverleiben.
Wladimir Putin möchte Russland wieder Groß machen, das Entgegenkommen Donald Trump verschafft der Ukraine keine Zeit und keine Möglichkeit sich selbst effektiv zu verteidigen, denn die USA wollen ja Rohstoffe der Ukraine. Entgegengesetzte Systeme teilen sich wieder einmal ein Land auf und Donald Trump kann einen Frieden verkünden, der schon heute brüchig ist.
Die Ukraine ist verloren, und Wladimir Putin kann weiter Land annektieren und Schrecken verbreiten. Europa ist weit weg für Donald Trump, am Ende müssen wir selbst etwas machen, auch wenn jedem klar sein sollte, das kann Krieg bedeuten. Eigentlich müssten wir schnell Truppen Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands in die Ukraine bringen, um von Europa aus einen Schutzwall zu etablieren.
Der „Deal“ ist faul und stinkt zum Himmel. Und die Geschichte lehrt uns, sei es das Münchner Abkommen (1938) noch der Hitler-Stalin-Pakt (1939) haben den 2. Weltkrieg und die lange Besatzungszeit durch das Deutsche Reich (bis zum Ende des 2. Weltkrieges) und die bis 1991 andauernde Besatzung durch die Sowjetunion verhindert. Wenn uns die Geschichte etwas lehrt: Keine Verhandlungen mit Diktatoren, keine „Deals“ zum halben Preis. Klare Kante zeigen, keine Hand breit Land aufgeben.




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Donald Trump kam diese Woche mit einem „Deal“ um die Ecke, um den Frieden zwischen Russland und der Ukraine zu ermöglichen. Der Inhalt dieses „Deals“
[See the full post at: Ukraine: Was der „Deal“ von Donald Trump mit dem Hitler-Stalin-Pakt zu tun hat?]
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