Das Jahr 2026 ist noch nicht sehr alt, gestern am 3. Januar 2026 griffen die USA Venezuela an und haben den dort „regierenden“ Präsidenten Nicolás Maduro festgenommen und in die USA gebracht. Vorausgegangen waren bereits militärische Angriffe auf vermeintliche Drogenkuriere auf Booten und eine de facto Seeblockade gegen Tanker, die Öl aus Venezuela transportierten. Dabei betonte die USA und vor allem ihr Präsident Donald Trump, dass Venezuela der größte Drogenexporteur in die USA seien und Nicolás Maduro „Kopf der Bande“ sei.
Liest sich wie ein Western? Ich habe natürlich, meiner Generation typisch, Western im Fernsehen gesehen, Typen wie John Wayne, Clint Eastwood oder Steve McQueen haben sich auch bei mir eingeprägt. Und ich erinnere mich noch all zu gut, als Ronald Reagan, ein Schauspieler, bekannt u.a. auch aus Western, Präsident der USA werden wollte. Passt also irgendwie?
Nein, ganz so ist es natürlich in der Realität nicht. Wie andere geopolitische Ereignisse der jüngsten Vergangenheit zeigt der Überfall der USA auf Venezuela und der Entführung eines Staatsoberhauptes wie es um die Menschheit heute wieder ist.
Die USA hatten erst kürzlich wieder ihre US-Sicherheitsstrategie angepasst, darunter auch die Wiederaufnahme der „Einflusszonen“. Die neue „Monroe-Doktrin“ wird so bezeichnet. Sie konzentriert sich auf eine stärkere Dominanz und Einflussnahme in der westlichen Hemisphäre (also Nord- Mittel und Südamerika), um Konkurrenten wie China und Russland fernzuhalten und die eigene wirtschaftliche und sicherheitspolitische Macht zu sichern.
Es ging Donald Trump also nicht um Drogen oder die Menschen in den USA vor Drogen zu schützen, Venezuela hat das größte Erdölvorkommen der Welt und der Zugriff auf dieses Erdöl war den USA seit der kommunistischen Machtübernahme in Venezuela verwehrt. Es geht also wieder, wie immer, um Geld und Macht. „Scheiss auf das Völkerrecht“, fiel mir dazu sofort ein.
Damit reiht sich die USA wieder ein in jene Strukturen, die wir glaubten nach dem Verfall des Ostblocks überwundenen zu haben und in jene geopolitischen Ereignisse der vergangenen Jahre, auch wenn die Geschichte zeigt, auch gut gemeinte Absichten bringen nichts, man muss sich nur Afghanistan oder den Irak ansehen.
Donald Trump bringt uns wieder einen Schritt weiter zum nächsten Weltenbrand, da seine Verhaltensweisen weitere Maßnahmen anderer Länder befeuern. Denn Fakt ist:
- Donald Trump überfällt ein Land, dass sich nicht wehren kann.
- Wladimir Putin überfällt ein Land, dass sich nicht wehren kann.
- Die Welt schaut zu.
Dabei ist es erst einmal egal, ich mag ihn auch nicht, dass Nicolás Maduro ein Diktator ist, wobei in Venezuela am Ende eine Gruppe von Personen das Land unterdrückten. Es geht hier, wie bei allen Demokraten, um das Völkerrecht und das Recht, dass Völker dieser Erde selbst bestimmen müssen, wie ihr Land von wem regiert wird. Auch wenn es naheliegend ist, Europa greift auch nicht einfach Russland an, um Wladimir Putin vor Gericht zu stellen und Interims Russland aus Brüssel zu regieren.
Ich bin Demokrat und bin immer der Meinung gewesen, nachhaltige Änderungen in einem Land erreicht nur das Volk, die eine fremde Macht.
Wie schon beim Russland – Ukraine – Krieg verfällt hier Donald Trump dem Kapital, die USA sollen also vorerst Venezuela aus Washington heraus regieren. Satire, nein, kam so über den Ticker. So hätte er es am liebsten auch in der Ukraine gehabt, denn wie Venezuela, hat auch die Ukraine wertvolle Rohstoffe.
Wir befinden uns also alle irgendwie in Gefahr, die USA unter Donald Trump befeuert dies auch noch und ist kein Partner mehr für das demokratische Europa. In der westlichen Hemisphäre ist also kein Land mehr vor den USA sicher, Länder wie Brasilien, die also eher selbstbewusster auftreten oder gar „links“ regiert werden, stehen dabei im Fokus. Der Aussage Donald Trump folgend gilt das für alle Großmächte, also Russland und die ehemalige Hemisphäre der ehemaligen Sowjetunion und China beispielsweise für Taiwan. Venezuela und die Ukraine als Blaupause für Diktatoren oder jene, die die Demokratie gerade nach innen zerstören.
Dabei bleibt es jedoch nicht. Donald Trump hätte am liebsten Kanada und Grönland annektiert. Russland reicht die Ukraine nicht, man denke da an alle Länder des ehemaligen Warschauer Pakts. Und Chinas Hunger nach Macht und Einfluss geht noch viel weiter bis nach Südamerika und Afrika.
Die Welt, wie wir sie kennen, ist in akuter Gefahr. War sie wirtschaftlich schon unsozial, immer mehr Geld häuft sich bei wenigen Menschen an, immer mehr Menschen haben nicht einmal mehr sauberes Trinkwasser, jetzt wird der Wandel seit den 2000ern auch politisch vollzogen, Demokratien zerstört und alte weiße Männer schwingen sich zu Diktatoren auf und teilen ihre Welt auf.
Und was macht Europa und jene Teile der Welt, die sich heute noch als „frei“ bezeichnen. Sie folgen ihrer Doktrin, mehr oder weniger erfolgreich, befinden sich aber auf Nebenschauplätzen in „Ablenkung“. So verfrickelt sich Europa in ihren internen Konflikten oder Indien zum Beispiel in ihren Konflikten mit Pakistan.
Es sieht nicht gut aus. Es sieht nicht gut aus um diese Welt und die Demokratie.




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Das Jahr 2026 ist noch nicht sehr alt, gestern am 3. Januar 2026 griffen die USA Venezuela an und haben den dort „regierenden“ Präsidenten Nicolás Mad
[See the full post at: Was interessiert das Völkerrecht? USA griffen Venezuela an, wie in alten Western.]
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