Iran Krieg und der Benzinpreis

Seit dem Angriff der USA und Israel auf den Iran sind die Rohölpreise gestiegen, mehr als üblich, was man auch an der Tankstelle merkt. Ein heisses Thema, ist doch das Auto des liebsten Kind des Deutschen und alles, was mit dem Auto zusammenhängt wird gerne genutzt. Da ist die Auto-Lobby, der ADAC, die Mineralölkonzerne und natürlich die Politiker, die Angst davor haben, dass der deutsche Autofahrer sich in seiner „Freiheit“ beschnitten fühlt und es stehen ja immer mal wieder Wahlen an.

Inhaltsverzeichnis

Darum muss man gar nicht böse dabei denken, wenn man die etablierten Parteien und ihren Politikern in so einer Phase zuhört, da spricht die reine Existenzangst und am Ende auch die Unfähigkeit, die Verkehrswende konsequent weiter zu verfolgen, denn Erdöl bedeutet im Kapitalismus absolute Abhängigkeit. Zuletzt gab es ja sogar autofreie Sonntag in den 1970ern.

Ursache und Lösungen werden dabei gerne verdrängt. Doch dazu späer mehr. Schauen wir uns zunächst einmal die Preise, deren Entwicklung und Zusammensetzung an.

Die Benzinpreise

In der Tabelle habe ich mal durchschnittliche Benzinpreise seit 2010 gesammelt. Es fällt schnell auf, sie sind sehr beweglich. Im Jahresdurchschnitt gehrt es immer mal wieder rauf und runter.

Preise seit 2010, durchschnittlich:

Jahr

Preis (Cent/Liter)

2010

145,6

2011

163,9

2012

167,9

2013

160,9

2014

158,9

2015

139,9

2016

127,8

2017

140,9

2018

145,6

2019

147

2020

129,3

2021

162

2022

186

2023

178

2024

174

2025

174,9

Der aktuelle durchschnittliche Preis für Superbenzin (E10) in Deutschland liegt bei etwa 2,12 bis 2,16 Euro pro Liter (Stand: 20. März 2026).

Die Zusammensetzung des Preises

Die Steuer- und Abgabenaufschlüsselung für einen Liter Superbenzin setzt sich wie folgt zusammen (bei einem angenommenen Preis von 2,00 Euro pro Liter als Basis für die prozentuale Berechnung):

Steuern und Abgaben auf Superbenzin (Stand März 2026)

Steuer/Abgabe

Betrag (Cent/Liter)

Anteil am Preis (ca.)

Energiesteuer

65,4 Cent

~32,7 %

CO₂-Steuer

18,6 Cent

~9,3 %

Mehrwertsteuer (19 %)

~38,0 Cent

~19,0 %

Gesamtsteueranteil: ca. 122 Cent pro Liter, was etwa 61 % des Endverbraucherpreises ausmacht.

Hinweis: Die Mehrwertsteuer wird auf den Gesamtpreis inklusive der anderen Steuern berechnet. Der tatsächliche Preis und die Steueranteile können je nach Tankstelle und Region leicht variieren.

Die Anteile im Detail

Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuer ist eine allgemeine Verbrauchsteuer, die in den Staatshaushalt fließt. Sie finanziert öffentliche Aufgaben wie:

  • Infrastruktur (Straßen, Schulen, Krankenhäuser)
  • Sozialleistungen (Rente, Arbeitslosengeld, Kindergeld)
  • Bildung, Sicherheit und Verwaltung
  • Subventionen für verschiedene Wirtschaftsbereiche

Die Mehrwertsteuer wird auf den vollständigen Endpreis (inkl. Energiesteuer und CO-Steuer) erhoben. Sie ist also nicht zweckgebunden, sondern fließt in den allgemeinen Haushalt.

CO₂-Steuer

Die CO-Steuer ist eine Lenkungsabgabe, die gezielt der Klimapolitik dient. Die Einnahmen werden verwendet für:

  • Förderung der Energiewende (Ausbau erneuerbarer Energien, Netzmodernisierung)
  • Entlastung der Bürger (z. B. durch Senkung der EEG-Umlage auf Strom, Förderung von Wärmepumpen oder E-Mobilität)
  • Rückvergütung an Haushalte (über den Klimabonus oder Entlastungen bei Sozialabgaben)
  • Investitionen in klimafreundliche Technologien (z. B. Wasserstoff, CO-arme Industrieprozesse)

Energiesteuer

Die Energiesteuer (früher Mineralölsteuer) auf Kraftstoffe wie Benzin und Diesel ist eine zweckgebundene Steuer, deren Einnahmen in Deutschland vor allem für folgende Bereiche verwendet werden:

  • Ausbau und Instandhaltung von Straßen, Autobahnen und Brücken
  • Förderung des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs (z. B. Schienenausbau, Busse)
  • Förderung von alternativen Antrieben (z. B. Elektromobilität, Wasserstoff)
  • Subventionen für energieeffiziente Technologien und erneuerbare Energien
  • Ein Teil der Einnahmen fließt in die Renten- und Krankenversicherung, um die Beiträge stabil zu halten.
  • Ein kleinerer Teil wird für allgemeine Staatsausgaben verwendet, ähnlich wie die Mehrwertsteuer. 

Die Energiesteuer ist keine reine Ökosteuer, sondern hat historisch den Charakter einer Verkehrs- und Infrastrukturabgabe.

Forderung der Politiker

Die Forderung der Politiker sind schon seit Jahren gleich. Da kommt die Benzinpreisbremse ins Spiel oder aktuell wurde im Bundestag darüber gesprochen, dass man Preiserhöhungen nur noch einmal am Tag durchführen darf. Andere fordern, dass die staatlichen Anteile am Benzinpreis abgeschafft werden sollen. 

Also die Klassiker, kein bisschen intelligent, denn in anderen Bereichen wird bei weitem nicht derart kontraproduktiv diskutiert, wie beim Auto.

Demokratiegefährdende Botschaften

Natürlich nutzt auch die in Niedersachsen als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD und ihre Jünger den Benzinpreis, um ihre Propaganda an die Frau und den Mann zu bringen. Da gibt es gerade in den sozialen Medien immer wieder irreführende Vermischungen, so zum Beispiel die Finanzierungen des Ukraine Krieges. Das ist gefährlich und am Ende des Tages helfen da wahrscheinlich auch keine logischen Erklärungen. Der AfD geht es um Macht und da ist jedes Mittel recht, mit dem Ziel die Demokratie abzuschaffen.

Doch am Ende wird auch die AfD nicht auf die Steuergelder verzichten, die Taschen sind ja immer leer, auch mit Vetternwirtschaft.

Die Ampel war nicht konsequent, die CDU rudert zurück

Betrachtet man die Abgabenanteile im Benzinpreis im Detail sollte jedem klar sein: Darauf kann man nicht verzichten. Aus den Geldern werden viele Dinge finanziert, die ja die Bürgerinnen und Bürger auch fordern. Und es ist diese Solidargesellschaft, die soft auseinanderbrechen würde, würde man die Reperatur der Straßeninfrastruktur oder Kindergartenplätze nicht mehr finanzieren.

Dabei hatten es SPD, die Grünen und die F.D.P. in der Hand, einen echten Wechsel. Je weniger Erdöl benötigt wird, um so weniger die Abhängigkeit (Emanzipation) und auch die Möglichkeit der Erpressung, wie es Russland mit Deutschland und heute noch mit Ungarn macht.

Aber die CDU will das nicht. Warum bloß nicht? Jedenfalls gibt sie mit ihrem Verhalten der AfD wieder genug Futter, um die Stimmanteile der CDU weiter zu reduzieren.

Nein, es fehlt eine Strategie, die einen breiten Konsens in der Gesellschaft findet. Um die gesamte Wirtschaft und das Land von äußeren Einflüssen zu emanzipieren, muss man heute, eigentlich gestern schon, Maßnahmen ergreifen, die zwischendurch auch wehtun. Länder wie Norwegen oder Schweden haben diese Maßnahmen schon früh in den 1980er Jahren ergriffen und stehen heute mit ihrem hohen Anteil an erneuerbaren Energien und strombasierten Verkehrsformen besser da, als andere. Benzinpreise jucken da nicht mehr viele.

Wo bleibt also der Mut, für das Land Entscheidungen zu treffen, statt für die Lobbyisten?

Ganz nebenbei: Die Internationale Energieagentur IEA fordert eine Verhaltensänderung: Tempolimit, Homeoffice, weniger Flüge. Also das Senken des Verbrauchs. Komisch, oder?

By Marco Kulczyk
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