Güterzug Lokomotiven Baureihe 50 und 151

Güterzug Lokomotiven Baureihe 50 und 151

Die Güterzug Lokomotiven Baureihe 50 und 151 hatten für die Bahngesellschaften Deutsche Reichsbahn und, die Elektrolokomotive E50/151, für die Deutsche Bundesbahn eine große Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

Baureihe 50

Entwicklung

Die Baureihe 50 wurde ab 1937 als universell einsetzbare Güterzuglokomotive mit niedriger Achslast entwickelt, um ältere Länderbahnloks auf Nebenbahnen zu ersetzen. Die Serienfertigung begann 1939, und bis 1945 entstanden 3164 Maschinen in Deutschland, später ergänzt durch rumänische Nachbauten.

Sie wurde im Zuge der Kriegsvorbereitungen zu einer der wichtigsten Einheitslokomotiven und später – durch ihre Robustheit und Vielseitigkeit – zur „Universalgattung“ der Nachkriegszeit.

Hauptaufgaben

  • Güterzugdienst auf Haupt- und Nebenbahnen

  • Teilweise auch Personenzugleistungen

  • Ersatz älterer Baureihen (58, 52, 57)

  • Einsatz bis in die 1970er (DB) bzw. 1980er (DR)

Technische Daten

Merkmal

Wert

Baujahre

1939–1948 (DE), 1946–1960 (RO)

Achsfolge

1’E h2

Länge über Puffer

22.940 mm

Dienstmasse

86,9 t (mit Tender bis 146,4 t)

Höchstgeschwindigkeit

80 km/h

Indizierte Leistung

1.625 PSi / 1.195 kW

Anfahrzugkraft

~214 kN

Treibraddurchmesser

1.400 mm

Kesseldruck

16 bar

Brennstoffvorrat

8–10 t Kohle

Wasservorrat

26–30 m³

Wert für ihre Zeit

  • Hohe Stückzahl & universeller Einsatz machten sie zum Rückgrat des Güterverkehrs in Deutschland.

  • Niedrige Achslast erlaubte Einsätze auf Nebenbahnen – ein strategischer Vorteil im Krieg und in der Nachkriegszeit.

  • Lange Lebensdauer: Einsatz bis 1977 (DB) bzw. 1988/89 (DR).

  • Internationale Bedeutung: Betrieb in vielen europäischen Ländern, zahlreiche Nachbauten.

Baureihe E 50 / 150 (DB)

Entwicklung

Die E 50 wurde ab 1957 als schwerste Güterzug-Elektrolokomotive des neuen Einheitslokomotivprogramms der Deutschen Bundesbahn gebaut.
Sie basierte konzeptionell auf der Vorkriegsbaureihe E 94, erhielt jedoch modernisierte elektrische Ausrüstung, standardisierte Baugruppen und erstmals ergonomische Führerstände für sitzende Bedienung. Ab 1968 wurde sie als Baureihe 150 geführt.

Hauptaufgaben

  • Schwere Güterzüge im Flachland und Mittelgebirge

  • Schiebedienst (u. a. Geislinger Steige, Spessartrampe)

  • Ersatz der E 94

  • Einsatz bis 2003

Technische Daten

Merkmal

Wert

Baujahre

1957–1973

Anzahl

194

Achsfolge

Co’Co’

Länge über Puffer

19.490 mm

Dienstmasse

126–128 t

Höchstgeschwindigkeit

100 km/h

Stundenleistung

4.500 kW

Anfahrzugkraft

438 kN

Stromsystem

15 kV, 16⅔ Hz

Fahrmotoren

6 × EKB 760

Bremse

Druckluftbremse + elektrische Widerstandsbremse

Wert für ihre Zeit

  • Stärkste Güterzug-Ellok der DB ihrer Epoche – entscheidend für den Wiederaufbau und die Industrialisierung der BRD.
  • Hohe Zugkraft machte sie ideal für schwere Ganzzüge (Erz, Kohle, Stahl).
  • Standardisierung senkte Wartungskosten und vereinfachte Ersatzteilhaltung.
  • Lange Einsatzdauer bis 2003 zeigt ihre technische Robustheit.
  • Technologischer Übergang: Sie markiert den Schritt von klassischen Schaltwerksloks hin zu moderneren Drehstrommaschinen (151, 152).

Baureihe 50 Anekdote

„Die Lok, die Weihnachten rettete“

In den 1950er-Jahren stand im Sauerland ein kleiner Ort kurz vor dem Weihnachtsfest ohne Heizmaterial da. Ein plötzlicher Wintereinbruch hatte die Straßen unpassierbar gemacht, und der einzige Kohletransport steckte fest.

Die örtliche Bahnmeisterei entschied spontan, eine Baureihe 50 einzusetzen, weil sie dank ihrer niedrigen Achslast auch auf Nebenbahnen mit schlechter Gleislage fahren konnte.

Die 50er kämpfte sich durch Schneeverwehungen, teilweise mit Schrittgeschwindigkeit. Der Heizer musste mehrfach aussteigen, um Weichen freizuschaufeln. Nach Stunden erreichte der Zug den Ort – und die Menschen empfingen die Besatzung wie Helden.

In der Region erzählte man noch lange:
„Die Fuffziger hat uns das Fest gerettet.“

Baureihe E50 Anekdote

„Der unerschütterliche Riese“

Auf der Spessartrampe, einer der anspruchsvollsten Steilstrecken der DB, war die E 50 berühmt für ihre brutale Zugkraft.

Eine oft erzählte Episode stammt aus den 1970ern: Ein schwerer Erzzug blieb wegen eines technischen Problems der Vorspannlok stehen. Die E 50 am Zugschluss sollte eigentlich nur schieben – doch der Lokführer entschied, es zu versuchen.

Mit einem tiefen Brummen setzte sich die Lok in Bewegung, die Sandstreuer liefen, und langsam begann der gesamte Zug, sich wieder bergauf zu bewegen.
Ein Kollege soll damals gesagt haben:

„Wenn die 150 nicht zieht, dann zieht gar nichts.“

Diese Szene trug viel zu ihrem Ruf als „unerschütterlicher Riese“ bei.

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