Abseits des Politik Geschäfts sieht man den regierenden Bürgermeister von Langenhagen, Mirko Heuer (CDU), ab und zu mit seinem Fahrrad fahren, das würde ihn sympathisch machen, ein Bürgermeister, der sich für die Belange der Bürger*innen interessiert und mal nach dem Rechten schaut. Doch das ist nur die eine Seite des Kandidaten, der seit 1. November 2014 Bürgermeister der Stadt ist. Es gibt kleinere und größere Dinge, die ich mal gesammelt habe, denn Wähler*innen neigen dazu, diese zu vergessen.
Inhaltsverzeichnis
Mirko Heuer ist Mensch, aber eben auch CDU Mitglied und verhält sich sehr oft, wie sich viele CDU Politiker verhalten, vor allem dann, wenn sie an der „Macht“ sind und diese natürlich auch behalten wollen. Er befindet sich also in der „richtigen“ Gesellschaft. Auch oder gerade während des Wahlkampfes, in der Phase leugnet Mirko Heuer gerne seine Parteizugehörigkeit, auf Plakaten ist die Partei nicht zu finden, zum wiederholten Male. Aber das nur nebenbei. Viel wichtiger sind die Verfehlungen, moralische Bedenken oder einfach nur der Umgang mit Fehlern.
Helmut Schmidt sagte einmal:
Wenn man einen Fehler gemacht hat, muß man sich als erstes fragen, ob man ihn nicht sofort zugeben soll. Leider wird einem das als Schwäche angekreidet.
Vielleicht wird es Zeit, auch mal über andere Politiker nachzudenken, denn ich bin davon überzeugt, geht man mit Fehlern offen und transparent um, hat man Verständnis dafür, und kann schneller Lösungen gemeinsam finden, denn ein Bürgermeister ist natürlich kein Einzelkämpfer, viele Entscheidungen müssen vom Stadtrat genehmigt oder beschlossen werden, man hätte sich also viel Stress sparen können.
Haushalts- und Finanzpolitik
- Kritik an Haushaltsführung und Defiziten: In den Haushaltsdebatten geriet Mirko Heuer wiederholt ins Kreuzfeuer der Ratsfraktionen. Mehrere Parteien (darunter SPD, Grüne, Liberale und WAL) kritisierten Heuers finanzpolitischen Kurs angesichts wachsender Defizite scharf. Ihm wurde mangelnde Weitsicht bei der Budgetplanung vorgeworfen, was Mirko Heuer in den Debatten jedoch scharf zurückwies.
Angesichts des Investitionsstaus, der schon seit Jahren vorhanden war, ist die Kritik des Stadtrates durchaus berechtigt und auch wiederum nicht. Viele Neubauten hätte man später planen können, wenn man denn die Gebäude vorher auch regelmäßig instandgesetzt hätte. Das war Größtenteils nicht der Fall, und wenn sie erst einmal verfallen waren, müssen sie eben neu errichtet werden, zumal es für bestimmte Gebäude in Langenhagen auch gesetzliche Grundlagen gibt, wie bei Schulen oder Kindertagesstätten zum Beispiel. Hätte jedoch Mirko Heuer schon ab 2014 versucht, eine langfristige Planung auszusetzen, wäre es erst gar nicht so weit gekommen. Der Investitionsstau wäre längst nicht so hoch gewesen und die Stadt hätte sich nur moderat verschulden müssen. Man merkt das ja auch aktuell an den zahlreichen Baustellen im Stadtgebiet, man könnte meinen, das wären Wahlkampfgeschenke.
- Großprojekte wie der Rathausanbau: Die vom Rat letztlich mehrheitlich beschlossene Sanierung und Erweiterung des Rathauses war von intensiven, teils erbitterten politischen Streitigkeiten begleitet. Kritiker bemängelten die Dimensionen und die damit verbundenen Kosten des Großprojekts im Hinblick auf die prekäre Finanzlage der Stadt.
Keine Frage, das Rathaus war schon klein, als es fertiggestellt wurde (1984). Man muss jedoch nicht unbedingt den Anspruch haben, die gesamte Verwaltung an einem Punkt zu konzentrieren. Das kann man auch positiv sehen, so ist bei einer dezentralen Ausrichtung die Verwaltung näher an den Bürger*innen.
Transparenz und Kommunikation mit dem Rat
- Informationspolitik bei der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung (2026): Anfang 2026 kam es zu heftigem Streit im Rat der Stadt. Dem Bürgermeister wurde von Ratsmitgliedern vorgeworfen, die Politik und Öffentlichkeit zu spät über die Pläne des Landes zur Errichtung einer Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete auf dem ehemaligen EDC-Gelände informiert zu haben. Heuer und andere Beteiligte mussten sich öffentlich gegen massive Intransparenz-Vorwürfe verteidigen.
Hierzu hatte ich, da es sehr aktuell ist, bereits berichtet. Mirko Heuer hat dort eindeutig Fehlverhalten an den Tag gelegt, der Schuss ging nach hinten los. Dazu erteilte auch der Rat der Stadt eine entsprechende Rüge. Der Stadtrat hat sich jedoch auch hier nicht mit Ruhm bekleckert.
Ermittlungsverfahren und Verwaltungsvorwürfe
- Untreue-Ermittlungen wegen Kita-Umbau (2021–2023): Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelte wegen des Anfangsverdachts der Untreue gegen Heuer. Hintergrund war eine Zahlung von rund 217.000 Euro an den Eigentümer eines Gebäudes, in dem eine Kita betrieben wird. Kritiker im Rat hinterfragten die Rechtmäßigkeit der Zahlung. Die Kommunalaufsicht bescheinigte Heuer jedoch, dass die Zahlung durch Ratsbeschlüsse gedeckt war.
Auch wenn die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt hat, ist damit nicht gesagt, ob es korrekt war. Hier fehlt es offenbar an Learnings.
- Fehler im Jugendamt: Politische Gegner erhoben schwere Vorwürfe gegen Mirko Heuer als Verwaltungschef und die beteiligten Mitarbeiter bezüglich angeblicher Fehler im Jugendamt, die Schäden in Millionenhöhe verursacht haben sollen. Die diesbezüglichen strafrechtlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Jugendamtsmitarbeiter wurden im September 2025 eingestellt.
Auch wenn die Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt hat, ist damit nicht gesagt, ob es korrekt war. Hier fehlt es offenbar an Learnings.
Von einem Bürgermeister und Kandidaten hätte ich eine bessere Lernkurve erwartet. Doch aktuell, beim Umgang mit der Erstaufnahmeeinrichtung, zeigt Mirko Heuer das typische Verhalten von CDU Politikern, verdrängen, so lange es geht, bloß nicht kommunizieren und dann zu tun, als hätten andere den Fehler gemacht. In der Lage, in der sich Europa und Deutschland befinden, leistet er damit aktiven Vorschub an Fremdenfeindlichkeit, bereitet der in Niedersachsen unter Beobachtung befindlichen AfD (gesichert rechtsextrem) und ihren menschenverachtenden Remigrationspropaganda den Boden auch in der Kommune und schürt unnötig Ängste. Spätestens also hier zeigt sich ein #gehtwenn und #gehtweiter geht eben nicht, er ist gescheitert. Da ist kein Amtsbonus.
Warum eigentlich Amtsbonus zum Zweiten?
Mirko Heuer ist Freund von schönen Bildern. Soziale Medien befeuert er mit seiner Stadtverwaltung, was der allgemeinen Kommunikation sicherlich förderlich ist. Bürger*innen sollten tatsächlich der Stadt Langenhagen in allen verfügbaren Kanälen folgen, auch der Chatbot auf der Langenhagen Webseite ist schon ein guter Anfang, auch wenn (noch) nicht alle Schnittstellen konfiguriert sind.
Werden jedoch Nachrichten, Beschlüsse und Informationen geteilt, sollte man darauf im Wahlkampf achten, dass man sich fair verhält. Ein Bürgermeister hat natürlich im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben eigene Möglichkeiten, Akzente zu setzen, doch für viele Maßnahmen benötigt es Beschlüsse oder die Initiativen werden von anderen Personen initiiert und obliegen anderer Rechtsgrundlagen durch Land oder Bund.
Mirko Heuer sollte das in seinen Kampagnen auch ehrlicherweise benennen. Aufgefallen ist dies nur, da sein Blog und seine aktuellen Plakate Bilder aus Bilderstrecken beinhalten, die einem anderen Zweck unterliegen, so die Vermutung. Da tauchen Ehrenamtliche aus Vereinen auf, die in einem anderen Bild der vermutlich selben Bildstrecke von der Stadt Langenhagen früher verwendet wurden. So zieht sich das, wie ein roter Faden. Die Betonung liegt hier auf dem Zweck der Bildaufnahme und eben der Information, durch wen was beschlossen und umgesetzt wurde.
Ehrlichkeit.
Bürgermeister müssen Entscheidungen treffen - auch unangenehme!
Das Thema Erstaufnahmelager in Langenhagen hat sehr deutlich gezeigt, dass Mirko Heuer nicht sehr entscheidungsfreudig ist. Ist ja auch unangenehm. In einem anderen Beitrag hatte ich ja schon erwähnt, das bestimmte Themen Kommunalpolitiker der CDU gerne anders angehen. Schließlich will Herr Söder aus Bayern auch kein Atomendlager unter seiner Staatskanzlei haben.
Der Silbersee ist aber ein weitaus interessanteres Thema. Endlich, und vor der Kommunalwahl, zeigt Mirko Heuer Entschlossenheit. Dumm nur, er vergaß zu erwähnen, dass der Zustand des Naherholungsgebietes unter seiner Amtszeit schlimmer geworden ist, seine kostspieligen Maßnahmen wieder nur schöne Bilder produzierten und mittlerweile eine Bürger*innen Gruppe eine Petition zum Grillverbot veröffentlichte. Da war der Druck so hoch, geht doch.
Das war aber am Ende gar nicht seine Entscheidung. Das wollte er aussitzen.
So ist er halt, ich warte auch noch auf eine Antwort bezüglich des Nahwärmeausbaus und Fahrbahnsanierung Hindenburgstraße – Ost. Verschlafen? Verplant? Auch keine Ausnahme.
Übrigens: Ein Wahlprogramm mit seinen Zielen gibt es nicht auf seiner Website (Stand: 02.08.2026).
Zum Schluss...
Mirko Heuer hatte seine Chance als Bürgermeister der Stadt Langenhagen. Es wird Zeit für was Neues. Vielleicht auch mal für einen neuen Politiker Typus. Die Aufgaben sind gewaltig, da braucht es Transparenz. Nicht gerade seine Stärke. Am 13. September 2026 wird gewählt. Die Bürger*innen haben es in der Hand.

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