AfD – Langenhagen: Der 10-Punkte-Plan

Der Plan gegen die Bürger*innen Langenhagens

Im #3 der Berichterstattung im Vorfeld der Kommunalwahl 2026 zur AfD in meiner Stadt werde ich mich mal etwas mit dem 2. Teil des Wahlprogramm der AfD beschäftigen, dem 10-Punkte-Plan. Scheint ja momentan „Mode“ zu sein, bzw. Mainstream bei der AfD. Aber man wird schnell merken, das passt schon alles wieder nicht. Doch etwas vorweg: Wer meint dahinter nun Hochglanzbroschüren zu finden, der wird überrascht sein. Dahinter sind tatsächlich „Anträge“, die die AfD im Stadtrat abstimmen lassen möchte. Sie sind auch nicht kurz, sie sind ausformuliert und ich wünsche den Wähler*innen viel Spaß beim lesen. Ach, ne, darauf setzt ja die AfD, dass man es nicht liest und trotzdem sein Kreuz hinter die AfD setzt. Dabei finde ich solche „Anträge“ als Wahlprogramm schon sehr „elite-mäßig“. Scherz.

Inhaltsverzeichnis

Auf den ersten Blick wirken die Forderungen nach Konsolidierungsplänen, Investitionsmoratorien, Steuerstabilität und Digitalisierung sachlich und sogar progressiv. Doch ein genauerer Blick offenbart: Viele dieser Ideen stehen im Widerspruch zum tatsächlichen Abstimmungsverhalten und zur Rhetorik der AfD auf Bundes- und Landesebene.

Noch auffälliger: Warum wurden diese Anträge nicht bereits in der vergangenen Legislaturperiode eingebracht? Die AfD sitzt seit Jahren in vielen Kommunalparlamenten – in Langenhagen seit 2021. Wenn diese Maßnahmen wirklich so dringend und sinnvoll wären, warum hat man dann fünf Jahre gewartet, um sie als „Wahlprogramm“ zu präsentieren?

Die Anträge im Überblick: Was steht drin?

Die AfD Langenhagen fordert unter anderem:

  1. Konsolidierungsplan 2026–2030 – Ein strategischer Plan zur Haushaltssanierung.
  2. Investitionsmoratorium – Stopp aller großen Investitionen über 500.000 € für zwei Jahre.
  3. Externe Prüfung der IGS-Bauprojekte – Kostenkontrolle bei Schulneubauten.
  4. Deckelung der Personalkosten – Begrenzung auf 1,5 % Steigerung, aber Ausnahmen für das Ordnungsamt.
  5. Steuerstabilität & Rücknahme der Bettensteuer – Keine Steuererhöhungen bis 2030, Abschaffung der Tourismusabgabe.
  6. Energie- und Gebäudemanagement – Effizienzsteigerung bei kommunalen Immobilien.
  7. Freiwilligenleistungs-Check – Überprüfung aller nicht-pflichtigen Ausgaben.
  8. Digitalisierungsplan – Modernisierung der Verwaltung.
  9. Transferaufwandsbericht – Transparenz über Zahlungen an die Region Hannover.
  10. Prüfung der Regionsumlage – Senkung der Abgaben an den Kreisverband.

Passt das zur AfD?

Widersprüche zur Bundespolitik der AfD

Die AfD inszeniert sich bundesweit als „Partei der Steuerzahler“ und fordert regelmäßig Abbau von Bürokratie und Staatsausgaben. Doch:

  • Investitionsmoratorium & Konsolidierung: Die AfD im Bund blockiert oft kommunale Investitionen in Infrastruktur und Soziales (z. B. Ablehnung von Förderprogrammen für Schulen oder Klimaschutz). In Langenhagen fordert sie plötzlich genau das Gegenteil – nämlch eine strenge Haushaltsdisziplin mit Investitionsstopp. Warum? Weil es in der Kommunalpolitik populär ist, gegen „Verschwendung“ zu wettern.
  • Steuerstabilität & Bettensteuer: Die AfD fordert hier keine Steuererhöhungen und die Abschaffung der Bettensteuer. Das klingt bürgerfreundlich – doch auf Bundesebene setzt sich die AfD für Steuersenkungen für Unternehmen und Wohlhabende ein, während sie kommunale Einnahmen kappen will (z. B. durch Abschaffung der Gewerbesteuer). Widerspruch: Wenn Kommunen weniger Geld vom Bund bekommen, müssen sie entweder Steuern erhöhen oder Leistungen kürzen – genau das, was die AfD in Langenhagen jetzt vermeiden will.
  • Digitalisierung & Entbürokratisierung: Die AfD im Bund lehnt digitale Verwaltung oft ab (z. B. bei der Einführung der E-Akte) und warnt vor „Überwachung“. In Langenhagen fordert sie plötzlich genau dasFrage: Ist das ehrliches Interesse an Modernisierung – oder nur Wahlkampfgetöse?

Warum erst jetzt? Die vergangene Legislaturperiode

Die AfD sitzt seit 2021 im Rat von Langenhagen. In dieser Zeit hätte sie:

  • Jederzeit Anträge zu Haushaltskonsolidierung stellen können.
  • Investitionsprojekte kritisch hinterfragen können.
  • Steuerfragen auf die Tagesordnung setzen können.

Tat sie das? Nein. Stattdessen konzentrierte sie sich auf Symbolpolitik:

  • Kampagnen gegen „Gender-Sprache“ in Verwaltungsdokumenten.
  • Angriffe auf Klimaschutzmaßnahmen (z. B. gegen Radwege oder Solaranlagen auf Dachern).
  • Polemik gegen Migration und Sozialausgaben – ohne konstruktive Alternativen. 

Erst jetzt, kurz vor der Wahl, kommen plötzlich „fachliche“ Anträge. Das ist kein Zufall, sondern strategische Wahlkampfkommunikation. Die AfD versucht, sich als „vernünftige Kraft der Haushaltsverantwortung“ zu inszenieren – obwohl sie in der Vergangenheit keine entsprechenden Initiativen ergriffen hat.

Propaganda-Muster: Vergleich zur NSDAP-Rhetorik

Die AfD nutzt in ihren Anträgen klassische Propaganda-Elemente, die historisch bereits von der NSDAP verwendet wurden:

  • „Die Stadt steht vor dem Ruin!“ – Dramatisierung der Lage, um radikale Lösungen (wie Kürzungen im Sozialbereich) zu rechtfertigen.
  • „Wir sind die einzigen, die das Problem lösen können!“ – Selbstinszenierung als Retter in der Not, obwohl die AfD selbst in der Vergangenheit keine Lösungen angeboten hat.
  • „Die anderen Parteien haben versagt!“ – Schuldzuweisungen an etablierte Parteien, ohne eigene Verantwortung zu übernehmen.
  • „Wir kämpfen für das kleine Volk gegen die da oben!“ – Populistische Gegenüberstellung von „Bürgern“ und „Eliten“ (hier: die Region Hannover).

Diese Rhetorik dient nicht der Sacharbeit, sondern der Spaltung und Polarisierung. Die AfD nutzt die finanzielle Lage der Stadt, um Misstrauen gegen demokratische Institutionen zu schüren.

Was die Anträge wirklich bedeuten würden

Einige Forderungen klingen auf den ersten Blick vernünftig – doch was wären die tatsächlichen Folgen?

Forderung

Mögliche Auswirkung

AfD-Typische Doppelzüngigkeit

Investitionsmoratorium

Stopp von Schulbau, Straßeninstandhaltung, Sozialwohnungen

Die AfD blockiert bundesweit Fördergelder für Kommunen – jetzt will sie in Langenhagen Investitionen stoppen.

Deckelung Personalkosten

Weniger Personal in Kitas, Schulen, Sozialdiensten

Die AfD fordert mehr Polizei und Ordnungsamt – aber weniger Geld für Bildung und Soziales.

Rücknahme Bettensteuer

Entlastung für Hotels, aber weniger Einnahmen für die Stadt

Die AfD will Steuern senken, aber gleichzeitig keine Kürzungen bei Pflichtaufgaben – das geht nicht auf.

Prüfung Regionsumlage

Konflikt mit der Region Hannover

Die AfD lehnt kommunale Zusammenarbeit oft ab – jetzt will sie plötzlich Verhandlungen führen.

Freiwilligenleistungs-Check

Kürzungen bei Kultur, Sport, Sozialem

Die AfD hetzt gegen „Gender-Projekte“ und „Klimaschutz“ – jetzt will sie alle freiwilligen Leistungen prüfen.

Viele dieser Maßnahmen würden Langenhagen schwächen, nicht stärken. Die AfD nutzt die Haushaltskrise als Vorwand, um ideologische Ziele durchzusetzen: Abbau von Sozialleistungen, Schwächung der kommunalen Selbstverwaltung, Angriffe auf progressive Projekte.

Warum diese Anträge gefährlich sind

Scheinlösungen statt echter Reformen: Ein Investitionsstopp löst keine strukturellen Probleme, sondern verschärft sie. Eine Steuerstabilität ohne Ausgleich führt zu Leistungskürzungen – besonders im Sozialen.

Populismus statt Sacharbeit: Die AfD inszeniert sich als Retter, obwohl sie in der Vergangenheit keine konstruktiven Vorschläge gemacht hat. Sie nutzt die Angst vor der Haushaltskrise, um ideologische Forderungen durchzudrücken.

Gefahr für den sozialen Zusammenhalt: Kürzungen bei Kultur, Sozialem und Bildung treffen besonders Schwächere in der Gesellschaft. Die AfD spaltet die Stadt, statt Lösungen zu suchen.

Widersprüche zur eigenen Politik: Auf Bundesebene blockiert die AfD kommunale Hilfen – in Langenhagen fordert sie plötzlich Haushaltsdisziplin. Das ist Doppelzüngigkeit pur.

Was die AfD wirklich will: Macht statt Lösungen

Die AfD hat kein echtes Interesse an der Haushaltssanierung Langenhagens. Ihr Ziel ist es,

  • sich als „Alternative“ zu etablieren,
  • Misstrauen gegen demokratische Institutionen zu schüren,
  • ideologische Themen (Migration, „Gender“, Klimaschutz) in den Vordergrund zu stellen,
  • die Stadt zu spalten, um politische Macht zu gewinnen.

Die Anträge sind kein Wahlprogramm – sie sind Wahlkampf.

Was Langenhagen wirklich braucht

Statt populistischer Scheinlösungen braucht Langenhagen:

  • Echte Haushaltskonsolidierung – nicht durch Kürzungen, sondern durch kluge Investitionen und Fördergelder.
  • Zusammenarbeit mit der Region Hannover – statt Konflikte zu schüren.
  • Soziale Gerechtigkeit – keine Kürzungen bei Bildung, Kultur und Sozialem.
  • Nachhaltige Finanzpolitik – nicht kurzfristige Wahlkampftricks.

Die AfD bietet keine dieser Lösungen an. Stattdessen nutzt sie die Krise der Stadt, um ihre eigene Agenda voranzutreiben.

Schlusswort: AfD-Anträge – heuchlerisch und gefährlich

Die zehn Anträge der AfD Langenhagen sind kein ernsthaftes Programm zur Haushaltssanierung, sondern Wahlkampfpropaganda. Sie stehen im Widerspruch zur Bundespolitik der AfD, wurden nicht in der vergangenen Legislaturperiode eingebracht und zielen darauf ab, Spaltung und Misstrauen zu säen.

Wer Langenhagen wirklich helfen will, muss:

  • Konstruktiv im Rat mitarbeiten – nicht nur vor Wahlen Anträge stellen.
  • Lösungen anbieten – nicht nur Probleme anprangern.
  • Zusammenarbeit suchen – statt Konflikte zu schüren.

Die AfD tut das nicht. Sie will nur eines: Macht.

By Marco Kulczyk
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  • #15504
    Avatar von Marco KulczykMarco Kulczyk
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    Im #3 der Berichterstattung im Vorfeld der Kommunalwahl 2026 zur AfD in meiner Stadt werde ich mich mal etwas mit dem 2. Teil des Wahlprogramm der AfD
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