Kommunalwahl 2026 – Was wollen die Parteien für Langenhagen erreichen?

Reihe zur Kommunalwahl Langenhagen 2026

Am 13. September 2026 wird in Langenhagen ein neuer Stadtrat gewählt – gleichzeitig mit der Bürgermeisterwahl und der Wahl zur Regionsversammlung Hannover. Acht Parteien und Wählergruppen treten mit eigenen Wahlvorschlägen an: CDU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, DIE LINKE, FDP, Die PARTEI, die Wählergemeinschaft Langenhagen (WAL) und die AfD. Dieser Beitrag ordnet ein, wofür die einzelnen Parteien stehen – gegliedert nach den Themenfeldern Verwaltung, Familie, Soziales, Sicherheit, Wirtschaft und Haushalt, ergänzt um Umwelt/Wohnen dort, wo es inhaltlich notwendig ist. Außerdem wird eingeordnet, wie die Parteien zu vier Themen stehen, die den Wahlkampf in Langenhagen zuletzt geprägt haben: die geplante Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) an der Emil-Berliner-Straße, laufende Bauprojekte, der Abbau der Altpapiercontainer und das Grillverbot am Silbersee.

Grundlage sind die vorliegenden Wahlprogramme (soweit auffindbar) sowie – wo kein Programm vorlag – öffentlich dokumentierte Anträge, Reden und Initiativen aus der laufenden Wahlperiode. Solche Passagen sind entsprechend gekennzeichnet. Es kann vorkommen, dass Themen von Kandidaten angesprochen werden, die aber nicht in Wahlprogrammen dokumentiert wurden. Der Inhalt wird hier in diesem Beitrag neutral wiedergegeben.

Inhaltsverzeichnis

CDU

Wahlprogramm: „Langenhagen. Sicher. Modern. Für alle Generationen.“ – liegt online vor.

Verwaltung & Finanzen: Die CDU setzt auf Bürokratieabbau, eine leistungsfähige, bürgernahe Verwaltung und will prüfen, ob Quartiersmanager in der Kernstadt eingesetzt werden können. Konkret gefordert wird u. a. die Aufhebung der Baumschutzsatzung. Öffentliche Mittel sollen vorrangig in Investitionen fließen, Personalaufwuchs nur gezielt erfolgen.

Familie & Jugend: Ein eigenes Kapitel widmet sich Familien: familienfreundliche Verwaltungsangebote, verlässliche Kinderbetreuung mit Reduzierung von Betreuungsausfällen, Unterstützung junger Familien durch bessere Information, Jugendbeteiligung an kommunalpolitischen Entscheidungen, sichere und gepflegte Freizeit- und Aufenthaltsräume sowie Prävention statt Reparatur.

Soziales: Selbstbestimmtes Leben im Alter (Senioren-Wohngemeinschaften, Mehrgenerationenhäuser, Prüfung eines Senioren-Taxis für über 75-Jährige), Ausbau der Tagespflege sowie Stärkung von Vereinen und Ehrenamt (Ausbau der Ehrenamtskarte).

Sicherheit: Ein zentrales Kapitel mit klarer Kante: sichtbare und verlässliche Präsenz von Ordnungskräften, Abbau von Angsträumen durch Beleuchtung, enge Zusammenarbeit von Ordnungsdienst und Polizei sowie Sauberkeit im öffentlichen Raum. Ausdrücklich heißt es im Programm: „Keine Erstaufnahmeeinrichtung in Langenhagen und Null Toleranz bei Vandalismus.“

Wirtschaft: „Keine Behinderung der Wirtschaft“ – der Flughafen wird als Jobmotor benannt, es gibt ein klares Bekenntnis gegen Gewerbesteuererhöhungen und für eine serviceorientierte, unbürokratische Verwaltung gegenüber Unternehmen.

Haushalt: Neue Steuern oder Abgaben werden abgelehnt. Die CDU fordert die Abschaffung der Bettensteuer, eine Senkung der Gewerbesteuer perspektivisch unter Hannovers Niveau sowie eine Reduzierung der Grundsteuer.

Aktuelle Streitthemen:

  • Erstaufnahmelager: Klarste Ablehnung aller Parteien. Die CDU hat im Vorfeld der entscheidenden Ratssitzung am 23. Februar 2026 über Social Media, eine Online-Petition, Infostände und Haustürverteilung aktiv Stimmung gegen die EAE gemacht und gemeinsam mit der SPD eine Resolution eingebracht, die das Land auffordert, das Vorhaben nicht weiterzuverfolgen (mit 22 Stimmen von CDU/SPD gegen 8 Nein-Stimmen bei 6 Enthaltungen beschlossen). CDU-Bürgermeister Mirko Heuer hatte sich bereits vorher schriftlich gegen den Standort gewandt. Seine Rolle gerade im Vorfeld jedoch ist kritisch zu sehen.
  • Bauprojekte: Die CDU war die erste Partei im Rat, die sich für den Bau einer zusätzlichen Zwei-Feld-Sporthalle in Engelbostel eingesetzt hat, unterstützt die Feuerwehrgerätehäuser in Godshorn sowie die Doppelwache Krähenwinkel/Kaltenweide und will das Bauamt personell stärken, um Verfahren zu beschleunigen.
  • Altpapiercontainer: Kein expliziter Programmpunkt zu diesem Detailthema (liegt online nicht vor); die generelle Linie „Sauberkeit und Ordnung im öffentlichen Raum, notfalls durch Verbote durchgesetzt“ passt aber zur inzwischen erfolgten Entfernung der Container.
  • Silbersee/Grillverbot: Programmatisch fordert die CDU „Pflege von Grünanlagen und Naherholungsgebieten wie dem Silbersee“ und die Durchsetzung von Ordnung notfalls „durch verschärfte Kontrollen, deutliche Strafen und erst in letzter Konsequenz durch Verbote“. Das von CDU-Bürgermeister Heuer im Mai 2026 verhängte Grillverbot am gesamten Silbersee liegt auf dieser Linie.

SPD

Wahlprogramm: „Für einen Alltag der läuft“ – liegt online vor.

Verwaltung: Eigenes Kapitel „Wirtschaft, Finanzen & Verwaltung“: bürgernahe, digitale Verwaltung („ein Rathaus, das hilft“), Prüfung einer Grundsteuer C auf unbebautes Bauland, transparente und frühzeitige Kommunikation gegenüber Bürgerinnen und Bürgern, ein modernes Krisenmanagement sowie gute Arbeitsbedingungen in der Verwaltung (keine betriebsbedingten Kündigungen, verbindliche Ausbildungsquote).

Familie: Kein eigenständiges Familienkapitel, das Thema ist in „Soziales & Sport“ und „Bildung“ eingebettet: Gemeinwesen- und Familienzentren in allen Stadtteilen, kostenloses Schulmittagessen an Grundschulen, verlässlichere Kita-Betreuung.

Soziales: Bezahlbare Mieten sichern, städtisches Überprüfungsportal gegen Mietwucher, mehr Tagespflegeplätze, Konzept „Gemeindeschwestern“ für ältere Menschen, verlässliche Förderung von Vereinen (keine Kürzungen), Ausweitung der Ehrenamtskarte. 

Sicherheit: Sichtbarer, kommunaler Ordnungsdienst, gemeinsame Streifen von Polizei und Ordnungsamt, gezielter Abbau von Angsträumen.

Wirtschaft: Wirtschaftsstandort stabil halten, innovativer und krisenfester Branchenmix statt weiterer Speditionsansiedlungen, Einführung eines Langenhagener Wirtschaftspreises.

Haushalt: Solide Finanzen und verlässliche Haushaltspolitik werden als Grundlage kommunaler Handlungsfähigkeit benannt; konkrete Zahlen oder ein Sanierungskonzept liefert das Programm nicht. 

Zusätzlich – Verkehr & Umwelt: Verbindliches Baustellenmanagement, verlässlicher ÖPNV, Schnellbuslinie, Gehwege-Offensive und ein saubereres Stadtbild.

Aktuelle Streitthemen: 

  • Erstaufnahmelager: Die SPD trägt gemeinsam mit der CDU die ablehnende Resolution vom Februar 2026. Bemerkenswert: Der Langenhagener SPD-Landtagsabgeordnete Tim Wook hatte sich bereits 2025 auf Landesebene für einen Alternativstandort eingesetzt – trotz SPD-geführtem Innenministerium in Hannover.
  • Bauprojekte: IGS-Neubau, Sporthalle Westen und ein gemeinschaftlich genutzter Kunstrasenplatz sind ausdrückliche „Big Points“ des Programms.
  • Altpapiercontainer: Kein expliziter Bezug im Programm (liegt online nicht vor), thematisch nah an „saubere Stadt“/Gehwege-Offensive.
  • Silbersee/Grillverbot: Keine eigene, dokumentierte SPD-Position zum konkreten Verbot auffindbar (liegt online nicht vor); die SPD trägt die Verwaltung mit, die das Verbot faktisch umsetzt. Es existiert jedoch ein Beschluss getragen von SPD und BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, den Silbersee noch zu evaluieren, und erst danach über ein Grillverbot zu beschließen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Wahlprogramm: Kommunalwahlprogramm 2026 – liegt online vor.

Verwaltung: Kapitel „Eine moderne Langenhagener Stadtverwaltung für alle“: Digitalisierung von Prozessen, mehrsprachige Terminals für Online-Anträge, „Verwaltungslotsen“ vor Ort, Entwicklung zur SmartCity sowie Vorbildfunktion der Verwaltung bei Gleichstellung und Inklusion.

Familie/Bildung: „Schule der Zukunft. Bildung für alle!“: kostenfreies Frühstück für alle Kinder, geringe Verpflegungskosten, verlässlicher Ganztag an Grundschulen, Kinderparlamente in Schulen und Kitas, flexible Kinderbetreuung von der Krippe bis zur Schule.

Soziales: „Soziale Gerechtigkeit heißt: Chancengerechtigkeit, Teilhabe und gleiche Rechte für alle Menschen“ – u. a. mehr bezahlbarer Wohnraum, Unterstützung für Menschen in Not (Gewalt, Arbeitslosigkeit, Sucht), Lebensmittelrettung, sowie ein eigenes Kapitel „Gleichstellung – Gleiche Rechte und echte Teilhabe für alle“.

Sicherheit: Kein eigenständiges Sicherheitskapitel; das Thema wird eher über Klimaanpassung (Hitzeschutz, Trinkwasserspender) und Barrierefreiheit im Verkehr mitgedacht.

Wirtschaft: „GRÜNE Wirtschaftspolitik für Langenhagen: Nachhaltig und regional“ – Ansiedlung nachhaltiger Unternehmen, Berücksichtigung regionaler und mittelständischer Betriebe bei öffentlichen Aufträgen, ein Kompetenzzentrum für Gründer:innen im Bereich erneuerbare Energien.

Haushalt: Kein eigenes Haushaltskapitel im Programm auffindbar (liegt online nicht vor); Finanzierungsfragen werden implizit über einzelne Förderprogramme behandelt. 

Zusätzlich – Klima & Umwelt: Zentrales Programmthema: Langenhagen soll bis 2035 klimaneutral werden, u. a. durch Nahwärmenetze, mehr Photovoltaik, Entsiegelung und Klimaanpassung.

Aktuelle Streitthemen:

  • Erstaufnahmelager: Einzige Partei mit klar zustimmender Position: Nach der knapp sechsstündigen Ratssitzung am 23. Februar 2026 positionierten sich die Langenhagener Grünen ausdrücklich für die EAE, dankten dem Innenministerium und der Landesaufnahmebehörde für die Aufklärung über „Falschbehauptungen“ (Rolle des Bürgermeisters) und sahen keinen stichhaltigen Grund, den Standort abzulehnen. Kritisiert wurde jedoch, dass weder Einwohnerschaft noch Rat in die Standortentscheidung des Landes einbezogen wurden (in Der Regel soll die Verwaltung den Rat informieren, dies unterblieb).
  • Bauprojekte: Programmatisch für „innovative, flächensparende Raumstrukturen“, nachhaltige Bauweise bei Kita-/Schulneubauten und das Schwammstadt-Konzept.
  • Altpapiercontainer: Das Programm fordert ausdrücklich, Wertstoffinseln „in fußläufiger Erreichbarkeit einzurichten, zu erhalten und bei starker Verschmutzung geeignete Gegenmaßnahmen einzuleiten“ – das steht in einem gewissen Spannungsverhältnis zum kompletten Abbau der Altpapiercontainer im Juni 2026, den die Stadtverwaltung mit Vermüllung und Brandstiftungen begründet hat.
  • Silbersee/Grillverbot: Kein expliziter Programmpunkt zum Grillverbot (liegt online nicht vor); die allgemeine Linie „Sauberkeit im öffentlichen Raum durch mehr gemeinsame Abfallsammelaktionen“ setzt eher auf Prävention als auf Verbote. Siehe auch gemeinsamer Antrag mit der SPD.

DIE LINKE

Wahlprogramm: Kein klassisches Wahlprogramm-PDF, stattdessen ein Forderungskatalog „Die Linke in den Rat Langenhagen wählen: Unsere Forderungen“ (veröffentlicht 23. Juli 2026) – liegt in dieser Form online vor.

Verwaltung: Zentrale Forderung: „Die Arbeit im Rat der Stadt Langenhagen muss noch viel transparenter werden.“

Familie/Soziales: Dringender Bedarf an einem Langenhagener Frauenhaus für gewaltbetroffene Frauen mit Kindern, Schutz vor verbaler und körperlicher Gewalt gegenüber Verwaltungsmitarbeitenden, solidarischer Umgang mit Geflüchteten in der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung sowie Unterstützung der Initiative zur Schließung des Abschiebezentrums am Flughafen.

Wohnen: Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus über EL, KSG und Regionswohnungsbaugesellschaft, Wohnraumverdichtung im Innenbereich statt Versiegelung im Außenbereich, kein weiterer Verkauf städtischer Grundstücke.

Sicherheit: Kein eigenständiges Sicherheitskapitel im engeren, ordnungspolitischen Sinn (liegt online nicht vor); Sicherheit wird eher als Gewaltschutz für Frauen und Verwaltungspersonal gefasst.

Wirtschaft: Kein eigenes Wirtschaftskapitel im Forderungskatalog auffindbar (liegt online nicht vor).

Haushalt: Kein eigenes Haushaltskapitel im Forderungskatalog auffindbar (liegt online nicht vor), auch wenn „Haushalt und Finanzen“ als Themen-Tag auf der Webseite existiert.

Zusätzlich – Umwelt/Verkehr: Flächendeckendes Tempo 30, Parkraumbewirtschaftung, Solarenergie und Wärmepumpen auf städtischen Gebäuden, kostenfreie Wasserspender und Sprühnebelbereiche bei Hitze, Umwidmung des alten Bunkers an der Walsroder Straße zu einem Kulturzentrum.

Aktuelle Streitthemen:

  • Erstaufnahmelager: Klar solidarische Position – DIE LINKE spricht sich explizit für einen „solidarischen Umgang mit den Menschen in der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung“ aus und wendet sich „aufs Schärfste gegen die rechte Hetze dagegen, wo immer sie auch auftritt“.
  • Bauprojekte: Fokus auf sozialen Wohnungsbau statt Flächenversiegelung sowie die Umnutzung des Bunkers Walsroder Straße zu einem Kulturzentrum; zu den großen städtischen Bauprojekten (IGS, Rathaus) findet sich im Forderungskatalog kein Punkt (liegt online nicht vor).
  • Altpapiercontainer: Kein Programmpunkt gefunden (liegt online nicht vor).
  • Silbersee/Grillverbot: Einzige Partei mit expliziter Gegenposition zum Verbot: „Die Linke spricht sich gegen ein Grillverbot am Silbersee aus“, da viele Menschen zuhause keine Grillmöglichkeit hätten. Statt eines Verbots schlägt die Partei vor, liegen gelassenen Müll konsequent einzufordern und mit kleinen Belohnungen oder einem Müllpfandsystem nachhaltiges Verhalten zu stärken – eine klare Absage an das inzwischen von der Stadt verhängte Verbot.

FDP

Wahlprogramm: Kommunalwahlprogramm 2026 – liegt online vor.

Verwaltung: Kapitel „Digitalisierung und moderne Stadt“: lückenloser Glasfaser- und 5G-Ausbau, zügige Digitalisierung kommunaler Bürgerdienste bei gleichzeitigem Erhalt persönlicher Beratungsangebote, flächendeckendes kostenfreies WLAN sowie eine vollständigere Übertragung von Ratssitzungen inklusive Einwohnerfragestunde.

Familie: Kapitel „Schule, Bildung, Kinder und Jugend“: Rechtsanspruch und tatsächlicher Betreuungsplatz ab Geburt, Wahlfreiheit zwischen Trägern und Konzepten, flexible Betreuungszeiträume bis hin zur 24-Stunden-Betreuung, Ausbau integrativer Hortgruppen für Klasse 5 bis 8, mehr Treffpunkte für Jugendliche.

Soziales: Im Programm eher schwach ausgeprägt; Bezug vor allem über Kinderbetreuung und die Forderung, dass sich das Land angemessener an den Kosten der Kinderbetreuung beteiligt.

Sicherheit: Kein eigenes Sicherheitskapitel (liegt online nicht vor); einzig konkreter Bezug ist die Forderung, „die Ordnung“ am Silbersee „durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen“.

Wirtschaft: Kapitel „Wirtschaft und Arbeit“: Flughafen als Arbeitsplatzmotor (bis zu 30.000 Arbeitsplätze), klare Ablehnung eines Nachtflugverbots, Unterstützung der Stadt für Unternehmensneugründungen und -erweiterungen, gewerbliche Nachnutzung des Reemtsma-Geländes.

Haushalt: Eigenes Kapitel „Finanzen – Klares Bekenntnis zu nachhaltiger Haushaltspolitik“: Die FDP benennt den wachsenden Schuldenberg (rund 600 Mio. Euro, ca. 9.000 Euro Pro-Kopf-Verschuldung) offen als zentrale Herausforderung und fordert eine „Gesamtschau aller Ausgaben ohne Scheuklappen“.

Aktuelle Streitthemen:

  • Erstaufnahmelager: Differenzierteste Position aller Parteien. Das Programm fordert, der EAE nicht von vornherein als „unerwünschtem Fremdkörper“ entgegenzutreten, sondern städtische Maßnahmen mit dem Schutzkonzept der Einrichtung abzustimmen und finanzielle Mehrbelastungen vom Land tragen zu lassen. Konsequent dazu enthielt sich die FDP bei der ablehnenden CDU/SPD-Resolution im Rat am 23. Februar 2026.
  • Bauprojekte: Nachverdichtung von Wohngebieten wird ausdrücklich begrüßt, klimagerechtes Bauen soll bezahlbar bleiben; das Reemtsma-Gelände wird als Beispiel für gelungene gewerbliche Nachnutzung genannt.
  • Altpapiercontainer: Kein Programmpunkt gefunden (liegt online nicht vor); das Digitalisierungskapitel bezieht sich auf Verwaltungsdienste, nicht auf Abfallwirtschaft.
  • Silbersee/Grillverbot: Explizit thematisiert: Der Silbersee wird als „schützenswert“ und „wie unsere weiteren Seen“ zu erhaltendes Naherholungsgebiet bezeichnet, „die Ordnung am See ist durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen“ – eine Formulierung, die sich mit dem inzwischen verhängten Grillverbot vereinbaren lässt.

DIE PARTEI

Wahlprogramm: Liegt online nicht vor.

Zu allen sechs Themenfeldern (Verwaltung, Familie, Soziales, Sicherheit, Wirtschaft, Haushalt) sowie zu den vier aktuellen Streitthemen: Bitte lese dazu den Beitrag zur Bügermeisterkandidatin.

Wählergemeinschaft Langenhagen (WAL)

Wahlprogramm: Auf der Webseite der WAL ist aktuell kein Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2026 hinterlegt, lediglich ein Wahlflyer aus dem Jahr 2017 – ein aktuelles Programm liegt online nicht vor.

Die WAL (bis 2017 „Wählergemeinschaft Alternative für Langenhagen“) ist seit Jahren im Rat vertreten und dokumentiert ihre Arbeit vor allem über Blogbeiträge und Pressemitteilungen. Aus der laufenden Wahlperiode lassen sich folgende Positionen und Initiativen rekonstruieren [Kennzeichnung: kommunalpolitische Praxis, kein Wahlprogramm]:

Verwaltung: Scharfe Kritik an den „katastrophalen Zuständen“ im Bürgerbüro (2026); die WAL fordert den Bürgermeister auf, seit über einem Jahr bestehende Wartezeit- und Servicemängel unverzüglich zu beheben.

Haushalt: Die WAL war 2024 Mitträgerin des gemeinsam mit SPD, Bündnis 90/Die Grünen, der „liberalen Gruppe“ und der Linken erarbeiteten Haushaltssicherungskonzepts II und kritisierte im selben Zusammenhang fehlendes Fuhrparkmanagement der Stadt.

Bauprojekte: Deutliche Kritik am Anbau des Rathauses und „Wasserwelt“/Sauna-Bereich bei gleichzeitig marodem IGS-Zentrum (Kosten damals rund 89 Mio. Euro) und einer einsturzgefährdeten, teils gesperrten Grundschule Krähenwinkel. Heute jedoch spricht der Bürgermeisterkandidat in Videos davon, ein Freischwimmer an der Wasserwelt zu realisieren. Thematisch widersprüchlich.

Familie, Soziales, Sicherheit, Wirtschaft: Keine spezifischen, online dokumentierten Positionen zu diesen Themenfeldern auffindbar – liegt online nicht vor. Die WAL beschreibt sich selbst als überparteiliche Interessenvertretung „von Bürgerinnen und Bürgern für Bürgerinnen und Bürger“ ohne Parteizwang.

Aktuelle Streitthemen:

  • Erstaufnahmelager: Keine öffentlich dokumentierte Position gefunden.
  • Bauprojekte: Siehe oben – deutliche Kritik an Priorisierung des Rathausanbaus gegenüber Schulsanierungen.
  • Altpapiercontainer: Liegt online nicht vor.
  • Silbersee/Grillverbot: Liegt online nicht vor.

AfD

Wahlprogramm: Ein klassisches Wahlprogramm für Langenhagen liegt online nicht vor. Stattdessen hat die AfD-Ratsfraktion einen „10-Punkte-Plan für Langenhagen“ veröffentlicht – zehn im Januar 2026 in den Rat eingebrachte, ausführlich begründete Anträge, die faktisch als Programmersatz dienen [Kennzeichnung: Anträge aus der laufenden Wahlperiode, kein klassisches Wahlprogramm].

Verwaltung: Deckelung der Personalkosten bei gleichzeitig gezieltem Stellenaufbau im Ordnungsamt, ein Digitalisierungs- und Entbürokratisierungsplan 2026–2030 sowie die Einführung eines kommunalen Energie- und Gebäudemanagementsystems.

Familie/Soziales: Im 10-Punkte-Plan nicht eigenständig thematisiert – liegt online nicht vor. Da man aber weiß, wie das Familienbild der AfD aussehen soll, kann man sich hier schon denken, dass eher ein traditioneller Weg eingeschlagen werden soll.

Sicherheit: Gezielter Stellenaufbau im Ordnungsamt als Teil des Antrags zur Deckelung der Personalkosten. 

Wirtschaft: Forderung nach Steuerstabilität bis 2030 und Rücknahme der sogenannten Bettensteuer, um Bürger:innen und lokale Unternehmen angesichts hoher Energiepreise und Inflation zu entlasten.

Haushalt: Klarer inhaltlicher Schwerpunkt der AfD: ein Konsolidierungsplan 2026–2030 angesichts struktureller Defizite in zweistelliger Millionenhöhe, ein Investitionsmoratorium 2026–2027, ein „Freiwilligenleistungs-Check“ zur Überprüfung freiwilliger städtischer Ausgaben, ein umfassender Transferaufwandsbericht sowie die Forderung, die Regionsumlage auf maximal 18 Prozent der städtischen Erträge zu begrenzen bzw. zu reduzieren.

Aktuelle Streitthemen:

  • Erstaufnahmelager: Kategorische Ablehnung. Bürgermeisterkandidat und Fraktionsvorsitzender Jürgen Alenberg erklärt, eine Einrichtung mit über 500 Plätzen und zwölfjähriger Laufzeit sei „keine Übergangslösung, sondern eine dauerhaft angelegte Großunterkunft“; er lehne dies kategorisch ab, betont zugleich, dass Kommunen hier faktisch kein Vetorecht hätten und das Land die volle politische Verantwortung trage.
  • Bauprojekte: Fordert eine externe Gesamtprüfung der Großprojekte IGS Süd (Sanierung/Erweiterung) und IGS-Neubau sowie ein Investitionsmoratorium für 2026/2027, um die Stadtfinanzen zu stabilisieren.
  • Altpapiercontainer: Kein Programmpunkt gefunden (liegt online nicht vor).
  • Silbersee/Grillverbot: Kein Programmpunkt gefunden (liegt online nicht vor).

Die AfD in Langenhagen wurde in diesen Beiträgen genauer durchleuchtet.

Überblick: Aktuelle Streitthemen

Partei

Erstaufnahmelager (EAE)

Bauprojekte

Altpapiercontainer

Silbersee-Grillverbot

CDU

Klare Ablehnung, trieb Resolution voran

Sporthalle Engelbostel, Feuerwehrhäuser

Liegt online nicht vor

Für Ordnung/Verbote als letztes Mittel

SPD

Ablehnung, gemeinsame Resolution mit CDU

IGS-Neubau, Sporthalle Westen, Kunstrasenplatz

Liegt online nicht vor

Liegt online nicht vor

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Klare Zustimmung im Rat

Flächensparend, nachhaltige Bauweise

Für Erhalt der Wertstoffinseln (Spannung zum Abbau)

Liegt online nicht vor

DIE LINKE

Solidarität mit Geflüchteten

Sozialer Wohnungsbau, Bunker-Umnutzung

Liegt online nicht vor

Klar dagegen, Alternativvorschlag Müllpfand

FDP

Differenziert/pragmatisch, Enthaltung im Rat

Begrüßt Nachverdichtung

Liegt online nicht vor

Für „geeignete Maßnahmen“ zur Ordnung

Die PARTEI

Liegt online nicht vor

Liegt online nicht vor

Liegt online nicht vor

Liegt online nicht vor

WAL

Liegt online nicht vor

Kritik an Rathausanbau statt Schulsanierung [Praxis]

Liegt online nicht vor

Liegt online nicht vor

AfD

Kategorische Ablehnung

Externe Prüfung IGS-Projekte gefordert

Liegt online nicht vor

Liegt online nicht vor

Downloads

Tabelle Wahlprogramme 2026

Die Tabelle Wahlprogramme 2026 enthält eine Tabelle der Forderungen der Parteien zum Beitrag, zur besseren gegenüberstellung.

Dieser Beitrag beruht auf den öffentlich zugänglichen Wahlprogrammen der Parteien (Stand: August 2026) sowie auf öffentlich dokumentierten Anträgen, Reden, Pressemitteilungen und Presseberichten aus der laufenden Wahlperiode. Wo kein Wahlprogramm auffindbar war, wurde dies gekennzeichnet; entsprechende Initiativen aus der laufenden Ratsarbeit sind gesondert als solche markiert und ersetzen kein offizielles Wahlprogramm.

By Marco Kulczyk
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