Wenn Menschlichkeit zur politischen Verhandlungsmasse wird

Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Langenhagen
Teile dieses Inhalts wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet. Nur die Grafik auf dieser Seite (EDC Gebäude) wurde mit Adobe Firefly erstellt.

Eigentlich wollte ich nur eine Ankündigung schreiben, dass ich jetzt eine Informationsseite zur geplanten Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Langenhagen erstellt habe, als alternative Informationsquelle zu der von der Stadt Langenhagen, um auch aufzuklären und zu informieren, über Hintergründe und Fakten. Doch dann, als ich die Chronologie schrieb, wurde mir noch mehr bewusst, wie unmenschlich die Sitzung des Stadtrates am 23. Februar 2026 war und was das über uns sagt. Gerade auch, weil jetzt Kommunalwahlen anstehen und CDU und SPD gemeinsame Sache gemacht haben.

Menschen fliehen nicht, weil es bequem ist. Sie fliehen, weil ihr Leben in ihrer Heimat bedroht ist – durch Krieg, Verfolgung, Gewalt – oder weil ihnen jede Perspektive genommen wurde, ein würdevolles Leben zu führen. Und doch nehmen sie eine Reise auf sich, die für viele tödlich endet: Sie werden ausgeraubt, ertrinken im Mittelmeer, werden an den EU-Außengrenzen zurückgepresst, in Lagern jenseits europäischer Grenzen interniert oder von Behörden behandelt, als seien sie keine Menschen, sondern ein Problem, das man verwaltet.

Europa schottet sich weiter ab. Die Politik der Bundesregierung unter Friedrich Merz (CDU) reiht sich ein in eine europäische Linie, die Abschreckung über Menschenwürde stellt. Und selbst wer diese lebensgefährliche Odyssee überlebt, landet oft in einem Land, das ihm mit Misstrauen statt mit Willkommen begegnet.

Auch in Langenhagen zeigt sich diese Haltung ganz konkret: In der Debatte um eine geplante Erstaufnahmeeinrichtung am ehemaligen EDC-Gelände positionieren sich Kommunalpolitiker – Demokratinnen und Demokraten – gegen die Unterbringung Schutzsuchender vor Ort. Sie folgen damit, ob bewusst oder unbewusst, derselben unmenschlichen Logik, die auf Bundes- und EU-Ebene längst Politik geworden ist.

Es lohnt sich, an dieser Stelle innezuhalten. Denn die Geschichte lehrt: Wer heute die Rechte der Schwächsten zur Disposition stellt, gefährdet morgen möglicherweise die eigene Freiheit. Sollten rechtsextreme Kräfte in Deutschland tatsächlich an Einfluss oder gar Macht gewinnen, wären es nicht zuletzt diese Demokratinnen und Demokraten selbst, die als Erste ins Visier geraten könnten – durch Berufsverbote, Repressalien oder Schlimmeres. Diese Warnung ist kein Alarmismus, sondern ein Blick auf historische Muster, die sich zu wiederholen drohen.

Grafik des alten EDC Gebäudes, mit KI generiert.

Vielleicht nutzen die Demokratinnen und Demokraten der CDU und der SPD die Zeit vor der Wahl noch einmal genau darüber nachzudenken, wenn die AfD immer mehr Zulauf erfährt und in Sachsen-Anhalt möglicherweise der erste Ministerpräsident der einer dort als gesichert rechtsextremen Partei eingeordneten AfD die Macht übernimmt. Es geht schneller, als man denkt.

Nun denn, ich habe eine Seite bereitgestellt zur Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Langenhagen. Es gibt eine interaktive Chronologie, um sich selbst ein Bild darüber zu machen, es gibt die damit verbundenen Beiträge von mir und zwei FAQ, zum einen zur EAE selbst und zum anderen zu dem, was dort vorgesehen ist und wie es rechtlich eingeordnet ist, um transparent zu informieren und auf Ängste eingehen zu können.

Man findet also dort auch als Demokratin oder Demokrat Argumente, die man als gewählter Vertreter nutzen kann, auch gerade, um die Bevölkerung ehrlich zu informieren und keine falschen Entscheidungen zu treffen.

By Marco Kulczyk
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    Avatar von Marco KulczykMarco Kulczyk
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    Eigentlich wollte ich nur eine Ankündigung schreiben, dass ich jetzt eine Informationsseite zur geplanten Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) in Langenhagen
    [See the full post at: Wenn Menschlichkeit zur politischen Verhandlungsmasse wird]

    #17941
    Avatar von Marco KulczykMarco Kulczyk
    Forenverwalter

    +++ Update +++

    Heute (23.09.2026) – 46 Tage nach Anfrage – bekam ich eine Antwort von der Stadtverwaltung. Offenbar ist die Anfrage „nach unten“ gerutscht, wird jetzt aber vom entsprechendem Fachbereich bearbeitet. Ich bleibe stabil und am Ball. 🙂

    Timeline erweitert um diesen Zeitstempel.

    • Diese Antwort wurde vor 3 Wochen, 4 Tagen von Avatar von Marco KulczykMarco Kulczyk geändert.

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