Langenhagen, 27. September 2026. 18:00 Uhr, die Wahllokale werden geschlossen. Und schon 19:44 Uhr stand es fest: Lars Barlsen hat es tatsächlich geschafft und ist neuer Bürgermeister der Stadt Langenhagen. Wer hätte das gedacht? Lars Barlsen setzte sich mit 55,15 % in der Stichwahl gegen Mirko Heuer von der CDU mit 44,85 % durch und beendete damit fast 14 Jahre Dienstzeit.
Damit wäre die eigentlich Nachricht schon zu Ende. Doch etwas hat mich vor allem bewegt: Selbst am Samstag auf dem Marktplatz habe ich diese Stimmung wieder gespürt, die ich früher auch gespürt habe. Selbst meine Mutter hatte sich plötzlich wieder für die Wahl interessiert. Und das ist wohl auch den Kandidat*innen zu verdanken: Ein mitnehmender Wahlkampf.
Natürlich hat der Wahlkampf auch polarisiert. Die in Niedersachsen als „gesichert rechtsextrem“ eingestufte AfD konnte die „Stimmung“ im Bund nutzen und ich selbst hatte befürchtet, dass der Kandidat der AfD auch die Stichwahl erreichen hätte können. Das wäre für meine Stadt wahrlich ein Desaster geworden, da ich beim amtierenden Bürgermeister Mirko Heuer keine „Besserung“ verspürt hatte. Er trat ja an mit „Weiter so“, auch wenn er selbst es anders geschrieben hatte. Zwar hatte die AfD im ersten Wahlgang tatsächlich den 3. Platz belegt und im Rat der Stadt 20,44 % der Stimmen erreicht, aber das große Desaster blieb aus.
Auch in den Sozialen Netzwerken wurde neben Videos auch viel „schmutzige Wäsche“ gewaschen, und die Leser dieser Informationen konnten nicht wirklich erkennen, ob die Meldungen echt waren. Aber am Ende hat sich die Demokratie in Langenhagen selbst geholfen. Immerhin gab es auch eine Wahlbeteiligung von 59,22 %, eine für Kommunalwahlen gute Quote.
Was aber auch in der Stichwahl zu erkennen war, die Wahlbeteiligung war extrem gesunken auf 39,53 %, das hatte ich ja schon befürchtet. Das war auch der Grund dafür, dass es ausreichte, dass Mirko Heuer nicht einmal die Stimmenzahl der Wahl vom 13. September 2026 erreichte und 1.533 Stimmen sogar verlor, aber auch Lars Barlsen konnte nur 699 Stimmen mehr erreichen.
Das bedeutet aber auch, ist aber eine Vermutung, dass die in Teilen vorhandene Empfehlung der AfD für Mirko Heuer nichts brachte, um ihn im Amt zu halten, aber eben auch, dass auch die, die für andere Kandidaten gestimmt hatten, Lars Barlsen nicht gewählt haben. Möglicherweise liegt die niedrige Beteiligung auch am Frust der anderen, konnten sich häufig doch jene in der Stichwahl durchsetzen, die im Amt waren. Aber das ist wirklich nur eine Vermutung.
Lars Barlsen ist nun gewählt, die Stadt Langenhagen hat nun einen neuen Verwaltungschef. Vor ihm stehen Herausforderungen, die er erst mal meistern muss, auch wenn er 8 Jahre dafür Zeit hat. Aber die Zeit drängt. Nächstes Jahr soll die Erstaufnahmeeinrichtung in Langenhagen eröffnet werden, das Grillverbot am Silbersee erhitzt die Gemüter, die Stadt „vermüllt“, Sicherheit wird nicht mehr „gefühlt“ und wirtschaftlich muss Langenhagen die Konjunkturprobleme irgendwie lösen, mal abgesehen von den Schulen und der Mietpreissituation und dem chronischem Wohnungsmangel (bezahlbarer Wohnraum).
Auch, aber er selbst ist ja ebenfalls Mitglied des Stadtrates, die Regierbarkeit Langenhagen ist nicht gerade einfach. Lediglich mit der CDU hat die SPD eine 1-Stimmen-Mehrheit und die AfD ist im Stadtrat die drittgrößte Fraktion. Man muss hier abwarten, was sich von neuen Konzepten wirklich umsetzen lässt und in wie weit die CDU als Partei den Wahlverlust vom 27. September 2026 wegsteckt.
Abwarten also. Zunächst also Herzlich Glückwunsch! Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln.
Alle Daten und Ergebnisse sind vorläufig auf Basis der Schnellmeldungen. Ein amtliches Endergebnis steht noch aus.

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