2025 – Politisch motivierte Straftaten von Rechts

Eine Analyse der Zahlen 2025 und ihre Bedeutung für die Demokratie

Seit Jahren steigen politisch motivierte Straftaten in Deutschland. Im vergangenen Jahr erreichten sie mit 85.837 Fällen einen neuen Höchststand – mehr als doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) stellte die Zahlen gemeinsam mit dem Präsidenten des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, vor.

Inhaltsverzeichnis

Die aktuelle Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) und des Bundesinnenministeriums (BMI) zur politisch motivierten Kriminalität (PMK) für das Jahr 2025 zeigt: Rechtsextreme Straftaten bleiben die größte Bedrohung für die Demokratie in Deutschland. Trotz eines leichten Rückgangs der Gesamtfallzahlen im Phänomenbereich PMK-rechts (42.544 Delikte, -0,57 % im Vergleich zu 2024) steigt die Gewaltbereitschaft in diesem Bereich weiter an. Gleichzeitig verzeichnet die linke Szene einen drastischen Anstieg an Straftaten (+35,29 %) und Gewaltdelikten (+42,65 %).

Doch warum sind diese Zahlen so alarmierend? Und welche Maßnahmen sind nötig, um die Demokratie zu schützen?

Die Entwicklung der rechtsextremen Straftaten 2025 im Vergleich zu den Vorjahren

Gesamtstraftaten im Phänomenbereich PMK-rechts

Die PMK-rechts bleibt mit 42.544 Straftaten (2024: 42.788) der fallzahlenstärkste Bereich – das entspricht fast der Hälfte aller politisch motivierten Straftaten in Deutschland. Obwohl die Gesamtzahl leicht gesunken ist, zeigt sich ein besorgniserregender Trend bei den Gewaltdelikten: Diese stiegen um 7,39 % auf 1.598 Fälle an.

Jahr

Gesamtstraftaten (PMK-rechts)

Gewaltdelikte (PMK-rechts)

Veränderung Gewaltdelikte zum Vorjahr

2021

23.604

1.042

+11,1 %

2022

23.342

1.170

+12,3 %

2023

23.493

1.270

+8,5 %

2024

42.788

1.488

+17,2 %

2025

42.544

1.598

+7,39 %

Quelle: BKA/PMK-Statistik 2025, Bundesinnenministerium

Vergleich: Rechte vs. Linke Gewalt 2025

Kategorie

PMK-rechts

PMK-links

Veränderung 2025 vs. 2024

Gesamtstraftaten

42.544

13.490

+35,29 % (links), -0,57 % (rechts)

Gewaltdelikte

1.598

1.087

+7,39 % (rechts), +42,65 % (links)

Körperverletzungen

1.437

485

+10,79 % (rechts), +52,52 % (links)

Propagandadelikte

25.098

407

-4,64 % (rechts), +73,93 % (links)

Sachbeschädigungen

2.871

7.062

+22,12 % (rechts), +34,44 % (links)

Volksverhetzungen

5.547

82

-16,45 % (rechts), +43,86 % (links)

Beleidigungen

4.297

2.109

+20,10 % (rechts), +69,81 % (links)

Quelle: BKA/PMK-Statistik 2025, Fact Sheet Bundesweite Fallzahlen 2025

Rechte Gewalt: Die größte Gefahr für die Demokratie

Rechtsextremismus dominiert die PMK-Statistik

Obwohl die linke Szene 2025 einen explosiven Anstieg an Straftaten verzeichnet, bleibt der Rechtsextremismus die größte Bedrohung für die demokratische Ordnung. Das zeigt sich an mehreren Faktoren: 

  • Höhere absolute Zahlen: Mit 42.544 Straftaten (vs. 13.490 bei PMK-links) und 1.598 Gewaltdelikten (vs. 1.087) ist der Phänomenbereich PMK-rechts nach wie vor der fallzahlenstärkste.
  • Schwerere Delikte: Rechtsextreme Täter verüben häufiger schwere Straftaten wie Volksverhetzung (5.547 Fälle), Propagandadelikte (25.098 Fälle) und Körperverletzungen (1.437 Fälle).
  • Hasskriminalität: 73,66 % der fremdenfeindlichen Straftaten (19.484 Fälle) und 46,67 % der antisemitischen Straftaten (6.548 Fälle) werden dem PMK-rechts-Bereich zugeordnet.

Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit: Rechtsextremismus als Haupttreiber 

  • Antisemitische Straftaten stiegen 2025 um 5 % auf 6.548 Fälle – 46,67 % davon gehen auf das Konto rechtsextremer Täter.
  • Fremdenfeindliche Straftaten (19.484 Fälle) sind zu 73,66 % rechtsextrem motiviert.
  • Islamfeindliche Straftaten (1.753 Fälle) werden zu 85,23 % von PMK-rechts verübt.

Gewalt gegen den Staat und seine Vertreter 

  • Straftaten gegen Amtsträger und Mandatsträger (5.797 Fälle) bleiben auf hohem Niveau – ein Drittel davon(1.715 Fälle) wird der PMK-links-Szene zugerechnet, aber auch 1.011 Fälle gehen auf PMK-rechts zurück.
  • Gewalt gegen die Polizei: 1.581 Straftaten (davon 113 Gewaltdelikte) wurden 2025 von PMK-rechts verübt.

Linke Gewalt: Ein starker Anstieg – aber andere Schwerpunkte

Während die rechte Szene vor allem durch Hasskriminalität, Propaganda und schwere Gewaltdelikte auffällt, zeigt die linke Szene 2025 einen massiven Anstieg bei Sachbeschädigungen (+34,44 %) und Beleidigungen (+69,81 %).

  • Sachbeschädigungen (7.062 Fälle) machen 52,35 % aller PMK-links-Straftaten aus – oft im Kontext von Protesten gegen rechte Strukturen oder staatliche Institutionen.
  • Gewalt gegen die Polizei: 1.715 Straftaten (davon 535 Gewaltdelikte, +45,38 %) – hier ist die linke Szene der Haupttreiber (33,34 % aller Straftaten gegen die Polizei).
  • Klimaproteste und Wahlkontext: Viele Straftaten fallen in den Bereich „Klima und Umweltschutz“ (514 Fälle, -61,98 %) und Wahlkampf (z. B. Angriffe auf AfD-Büros).

Halten wir aber doch bitte mal fest, die Prozente hier sind im Verhältnis zur Gesamtzahl an Delikten hoch, in der Tabelle weiter oben wird an den Totalen Zahlen deutlich, dass lediglich beim Delikt „Sachbeschädigung“ linke Straftaten überwiegen. Straftaten erfolgen also vielmehr von Rechts. – Marco Kulczyk

Warum sind diese Zahlen so wichtig für die Demokratie?

Rechtsextremismus untergräbt die freiheitliche demokratische Grundordnung

Rechtsextreme Ideologien zielen darauf ab, Grundrechte abzuschaffen, Minderheiten zu diskriminieren und den Rechtsstaat zu zerstören. Die hohe Zahl an Propagandadelikten (25.098) und Volksverhetzungen (5.547) zeigt, wie systematisch rechte Gruppen versuchen, Hass zu verbreiten und die Gesellschaft zu spalten.

Gewalt gegen Minderheiten und den Staat ist eine direkte Bedrohung

  • Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind keine Meinungsäußerungen, sondern Straftaten, die das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft gefährden.
  • Angriffe auf Amtsträger, Mandatsträger und die Polizei untergraben das Vertrauen in den Rechtsstaat und können zu einer Erosion der demokratischen Institutionen führen.

Die linke Gewalt: Ein wachsendes Problem, aber andere Motivation

Während die rechte Gewalt oft rassistisch, antisemitisch oder völkisch motiviert ist, richtet sich die linke Gewalthäufig gegen Symbolfiguren des Staates, der Wirtschaft oder rechter Strukturen. Dennoch ist auch hier Gewalt gegen Personen (z. B. Polizei) inakzeptabel und muss konsequent verfolgt werden.

Maßnahmen zum Schutz der Demokratie: Was muss getan werden?

Stärkung der Ermittlungs- und Präventionsarbeit

  • Ausbau der Zentralstellen: Das BKA und die Landeskriminalämter müssen mehr Personal und Ressourcenerhalten, um Hasskriminalität und extremistische Netzwerke effektiver zu bekämpfen.
  • Bessere digitale Aufklärung: Soziale Medien sind ein Haupttreiber für Radikalisierung. Hier braucht es mehr Monitoring, schnelle Löschungen von Hetze und gezielte Gegenrede.
  • Präventionsprogramme: Schulen, Vereine und Communities müssen früher und gezielter über die Gefahren von Extremismus aufgeklärt werden.

Konsequente Strafverfolgung

  • Schnellere Verfahren: Bei Hasskriminalität und Gewaltdelikten muss die Justiz schneller und härterdurchgreifen.
  • Höhere Strafen für Propagandadelikte: Die Verbreitung rechtsextremer Symbole und Hetze muss konsequent bestraft werden.
  • Schutz von Minderheiten und Amtsträgern: Spezielle Schutzprogramme für Bedrohte (z. B. Politiker, Journalisten, religiöse Einrichtungen) müssen ausgebaut werden.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt

  • Zivilgesellschaft stärken: Initiativen wie „Aufstehen gegen Rassismus“ oder „No Hate Speech“ müssen mehr Unterstützung erhalten.
  • Medienkompetenz fördern: Falschinformationen und Verschwörungsmythen verbreiten sich rasant – hier braucht es Aufklärungskampagnen.
  • Dialog statt Spaltung: Die Politik muss klare Kante gegen Extremismus zeigen, aber gleichzeitig Brücken zwischen gesellschaftlichen Gruppen bauen.

Resumé: Rechtsextremismus bleibt die größte Gefahr

Die PMK-Statistik 2025 zeigt: Rechtsextreme Straftaten sind nach wie vor die größte Bedrohung für die Demokratie in Deutschland. Trotz eines leichten Rückgangs der Gesamtfallzahlen steigt die Gewaltbereitschaft in diesem Bereich weiter an.

Rechtsextremismus untergräbt die freiheitliche demokratische Grundordnung durch Hass, Hetze und Gewalt gegen Minderheiten.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat zwar auf der Pressekonferenz und plakativ auf den entsprechenden Seiten per Zitat die rechte Gewalt und auch die Bedrohung erwähnt, Forderungen und Handeln spiegeln sich aber nicht wider. Auf dem rechten Auge bleiben die konservativen Kräfte in Deutschland weiterhin blind und wir sind noch weit davon entfernt, rechtsradikale Täter hart zu bestrafen und die AfD zu verbieten. Die Statistik zeigt, die Demokratie steckt tief in der Krise, die Politik handelt nicht!

Nur durch eine Kombination aus konsequenter Strafverfolgung, Präventionsarbeit und gesellschaftlichem Engagement kann die Demokratie geschützt werden.

PMK2025: Pressemitteilung

Pressemitteilung zur PMK2025, Rechtsradikale Straftaten

PMK2025: BKA - Politisch motivierte Kriminalität - Politisch motivierte Kriminalität 2025

BKA - Politisch motivierte Kriminalität - Politisch motivierte Kriminalität 2025

PMK2025: Fallzahlen

Fallzahlen zur PMK2025. Rechtsradikale Straftaten.
By Marco Kulczyk
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