Rechts vs. Links: Wie sich Gewalt und Kriminalität in Deutschland wirklich entwickeln

Die WELT AM SONNTAG schrieb am 29. März 2026 einen Artikel mit der Überschrift „Sabotage, Chaos, Zerstörung“, der sich las, als hätten wir die Oktober-Revolution vor der Tür stehen, man hatte dazu seit Monaten recherchiert und ist der Spur ins „Herz des Linksextremismus“ gefolgt. Ich glaube, die meisten können sich noch an den Blackout in Berlin erinnern, als Teile Berlins tagelang ohne Strom waren und der regierende Bürgermeister Tennis spielen war.

Inhaltsverzeichnis

Nein, solche Anschläge verurteile ich per se, doch man sollte von ihnen auch lernen und entsprechend reagieren (Desaster Recovery). Panische Angst vor linkem Terror muss man nicht haben, aber es besteht zu Recht Sorge, dass sich Menschen radikalisieren und Terrorgruppen ähnlich der RAF (Rote Armee Fraktion) oder des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) oder der „Reichsbürger“ gründen. Und zwar auf der linken Seite, wie auch auf der rechten Seite.

Die Welt, man sagt ihr nach „die BILD im blauen Anzug“ zu sein und zu polarisieren, ist nun einmal tendenziell konservativ-rechtsliberal, also steht eher für die Argumente der CDU und CSU und auch der AfD.

Ich nehme das mal zum Anlass und habe mal die aktuellen Zahlen aus 2024 der politisch motivierte Kriminalität in Deutschland analysiert, 2025 lag zum Zeitpunkt dieses Beitrages noch nicht vor.

Die politisch motivierte Kriminalität in Deutschland hat 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Insgesamt wurden 84.172 Straftaten registriert – ein Anstieg von 40,2 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders besorgniserregend: Die Gewaltdelikte stiegen um 15,3 % auf 4.107 Fälle. Doch die Unterschiede zwischen rechtsorientierter und lernmotivierter Kriminalität sind eklatant – und werfen Fragen über die Zukunft unserer Demokratie auf.

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Rechtsmotivierte Straftaten Social Media Paket

Das "Rechtsmotivierte Straftaten Social Media Paket" basiert auf den BKA Bericht aus 2024, da 2025 noch nicht vorlag. Es enthält 5 Bilder im Hochformat für Insta und ein MP4 für Insta Reel. Frei zum teilen.

Rechtsmotivierte Straftaten: Gewaltbereitschaft auf Rekordniveau

Rechtsmotivierte Straftaten machen mit 42.788 Fällen mehr als die Hälfte aller politisch motivierten Straftaten aus. Das entspricht einem Anstieg von 47,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei den Gewaltdelikten:

  • 1.488 Gewalttaten wurden 2024 registriert – ein Anstieg von 17,2 %.

  • Seit Einführung der Statistik im Jahr 2001 ist dies der höchste Stand bei rechtsmotivierter Gewalt.

Rechtsmotivierte Gewalt ist damit fast doppelt so hoch wie linksmotivierte Gewalt – und die Tendenz ist steigend.

Linksmotivierte Straftaten: Rückgang der Gewalt, aber weiterhin hohe Fallzahlen

Linksmotivierte Straftaten stiegen 2024 um 28,0 % auf 9.971 Fälle. Doch im Gegensatz zu rechtsmotivierten Straftaten ist hier ein Rückgang der Gewalt zu verzeichnen:

  • 762 Gewaltdelikte wurden 2024 registriert – ein Rückgang von 16,8 % gegenüber dem Vorjahr.

  • Der Anteil der Gewalt an allen linksmotivierten Straftaten bleibt jedoch hoch.

Linksmotivierte Straftaten bleibt trotz des Rückgangs eine Herausforderung, insbesondere aufgrund von Sachbeschädigungen und Propagandadelikten.

Historische Entwicklung: Ein alarmierender Trend

Seit 2001 zeigt die Statistik einen kontinuierlichen Anstieg der politisch motivierten Kriminalität. Besonders seit 2015 ist ein explosiver Anstieg zu beobachten:

  • Rechtsmotivierte Straftaten stieg von 22.960 Fällen (2015) auf 42.788 Fälle (2024).

  • Linksmotivierte Straftaten stieg von 9.605 Fällen (2015) auf 9.971 Fälle (2024), bleibt aber deutlich hinter den rechtsmotivierten Straftaten zurück.

Die Gewaltbereitschaft bei Rechtsmotivierte Straftaten ist seit 2015 um über 50 % gestiegen, während Linksmotivierte Straftaten zwar ebenfalls zunimmt, aber weniger gewalttätig agiert.

Warum steigen die Zahlen?

Mehrere Faktoren tragen zu diesem Anstieg bei:

Nahost-Konflikt & internationale Krisen:

  • 7.328 Straftaten standen 2024 im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt – ein Anstieg von 67,7 %.

  • 2.832 dieser Straftaten waren antisemitisch motiviert.

Superwahljahr 2024:

  • 11.788 Straftaten wurden im Wahlkontext registriert – ein Anstieg von 427 % gegenüber 2023.

  • Besonders betroffen: Sachbeschädigungen an Wahlplakaten und Angriffe auf Politiker*innen.

Hasskriminalität:

  • 21.773 Straftaten wurden als Hasskriminalität eingestuft – ein Anstieg von 28 %.

  • 19.481 davon waren fremdenfeindlich, 6.236 antisemitisch.

Digitale Radikalisierung:

  • 20.074 Straftaten wurden im oder über das Internet begangen – ein Anstieg von 30 %.

  • Hasspostings und Desinformation spielen eine zentrale Rolle bei der Radikalisierung.

Gesellschaftliche Auswirkungen: Wer engagiert sich noch?

Die zunehmende Gewalt und Bedrohung hat konkrete Folgen für die Zivilgesellschaft:

  • 34 % der Amtsträger*innen berichten von Hass und Hetze in ihrem Amtsalltag.

  • 80 % sehen sich durch Desinformation und „Deep Fakes“ bedroht.

  • 81 % der Betroffenen leiden unter psychischen und physischen Folgen.

  • Immer mehr Menschen ziehen sich aus dem politischen Engagement zurück – aus Angst vor Gewalt und Bedrohung, aber auch, weil sie zunehmend kriminalisiert werden, wenn sie sich für die Demokratie einsetzen.

Die Gefahr für die Demokratie

Die Gefahr für die Demokratie geht natürlich immer von jenen Gruppen aus, die versuchen mit Gewalt oder in betrügerischer Absicht versuchen, die Demokratie zu stürzen. Man kann das mit Begriffen wie Putsch, Revolution oder Sturz besser fassen. Die Kriminalstatistik kann dabei helfen, eine Orientierung zu finden, von wo die Gefahr real am größten ist. Dabei sollte man jedoch auch berücksichtigen: Warum hat sich jemand radikalisiert?

Die Kriminalstatistik deutet sehr deutlich eine klare Gefahrenlage von Rechts an, nicht von Links. Die Welt am Sonntag hat also lediglich polarisiert und hat in dieselbe Kerbe wie viele AfD oder CDU Politiker es auch tun. Ja, wir kennen das schon, Greenpeace wurde schon diskreditiert, die Anti-Atomkraft-Bewegung, die studentische APO, so hat man es ja auch mit „Der letzten Generation“ gemacht. Kriminalisiert man die „linken“ Gruppen, lenkt man von einem anderen Problem nur ab. Mich wundert es nicht, dass die Fälle um die NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) nie vollständig aufgeklärt wurden und vielleicht auch nicht sollten.

Nein, die CDU tat es wieder, und zwar im großen Stil. Menschen, die sich für die Demokratie eingesetzt haben, ganz im Sinne des Grundgesetzes wurden erst vor der letzten Bundestagswahl per se unter Verdacht gestellt, ich berichtete. Und dabei wird völlig vergessen, dass es Studien bzw. Berichte gibt, wie die NaDiRa Monitor Berichterstattung oder die InRa Studie, die sich auf Polizeibeamte konzentriert. Die CDU hebt lieber den Teppich und versteckt die Fakten und stimmt sich lieber mit den „Rechten“ im EU Parlament per WhatsApp ab, wenn es gegen die Ausländer geht.

Da passt es natürlich gut, wenn man sogar Statistiken, wie der vom BKA, keine Beachtung schenkt und wider der Realität kommuniziert, und dabei ist man jetzt Bundeskanzler und Bundesinnenminister, also durchaus sogar in der Lage die Statistiken vor Veröffentlichung zu lesen und vielleicht weitergehende Studien in Auftrag geben könnte. Nein, man sieht es ja auch beim Thema Gewalt gegen Frauen.

Die CDU macht sich, wie einst die konservativen Parteien in der Weimarer Republik, der Unterlassung schuldig, die Demokratie geschützt zu haben. Schlimmer noch, es ist bei dieser Ignoranz sogar ein Vorsatz zu erkennen, denn wie heißt es in der Eidesformel nach Artikel 56 des Grundgesetzes: „Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

Wer Faschismus ignoriert oder nichts gegen rechte Gewalt oder die Kräfte, die die Demokratie von innen zerstören wollen, unterstützt oder nur duldet handelt also gegen den Artikel 56 des Grundgesetzes, denn:

  • Das Wohle des Volkes liegt in der Demokratie,

  • Das Grundgesetz und die Gesetze sollte auch Minderheiten schützen, egal welches Geschlecht, u.s.w.

  • Und Gerechtigkeit bedeutet eben auch auf der Seite der Opfer zu stehen und alles daran zu setzen, dass es aufhört. Das hat sogar mit der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zu tun.

Friedrich Merz und seine CDU steuern schnell im Kurs auf den Abgrund zu, den die Konservative schon einmal eingeschlagen hatten, die Folgen sollten bekannt sein. Abwenden heißt eben nicht ignorieren sondern:

  • Gesetze verschärfen.

  • Exekutive personell stärken.

  • AfD verbieten.

Quellen: Bundeskriminalamt (BKA), Bundesministerium des Innern (BMI), PMK-Fallzahlen 2024

Gut zu wissen: Was sind Propagandadelikte?

Propagandadelikte sind Straftaten, die sich auf die Verbreitung von verbotenen Inhalten verfassungswidriger und terroristischer Organisationen beziehen. Sie sind ein zentraler Bestandteil der politisch motivierten Kriminalität und werden in Deutschland systematisch erfasst.

  • Das umfasst das Verteilen oder Zugänglichmachen von Materialien wie Aufklebern, Flugblättern, Videos, Musik oder Texten, die extremistische, volksverhetzende oder verfassungsfeindliche Inhalte enthalten.

  • Beispiel: Das Verbreiten von Flugblättern mit rassistischen oder antisemitischen Parolen.

  • Dazu gehört das Zeigen oder Verwenden von Symbolen, Fahnen, Abzeichen, Parolen oder Uniformen, die mit verbotenen Organisationen assoziiert werden.

  • Beispiel: Das Tragen oder Zeigen von Hakenkreuzen, SS-Runen oder Symbolen des „Islamischen Staates“ (IS).

By Marco Kulczyk
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