Friedrich Merz (CDU), Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland sagte im Bundestag am 25.03.2026 anlässlich einer Debatte zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ gesagt: „Ein beachtlicher Teil der Gewalt kommt aus der Gruppe der Zuwanderer.“ Und weiter: „Das gehöre zur Vollständigkeit dazu und solle das Problem nicht relativieren.“ – Geht’s noch?
Was bewegt einen deutschen Bundeskanzler bei dem Thema „Gewalt gegen Frauen“ eine solche Aussage zu treffen, ohne vorher
- darüber nachzudenken (Erst denken!),
- zu recherchieren (Ich weiß nicht, also lerne ich!)
- und qualifiziert eine Aussage zu treffen (Sprachzentrum mit Wissen verknüpfen, braune Ideologie ignorieren!)?
Es kommt ihm zu pass. Ausländer, Lifestyle Teilzeit-Arbeitnehmer*innen und Menschen am sozialen Rand (Rentner*innen, Arbeitssuchende und Mindestlohn-Abhängige) passen ihm eh‘ nicht, egal was Statistiken oder Wahlergebnisse am Ende des Tages bedeuten. Der kleine Friedrich, der schon mal aus dem „Bälleparadies“ abgeholt werden wollte (siehe Video, Vorsicht Satire.) möchte eigentlich lieber mit der AfD regieren, nein, besser noch, als AfD Kanzler?
Nein der Klassiker. Das Bundeskriminalamt hat bereits für 2023 und 2024 Zahlen zur Gewalt gegen Frauen veröffentlicht. Da kann man nachsehen, und wenn er oder sein Bundesinnenminister von der CSU Alexander Dobrindt es nicht weiß, hier mal der Link zur entsprechenden Seite.
Das steht zum Beispiel:
Alle vier Minuten erlebt eine Frau Gewalt durch ihren Partner oder Ex-Partner. Gewalt in den eigenen vier Wänden wird in der öffentlichen Debatte viel zu häufig verschwiegen und als privates Schicksal abgetan. Dabei ist sie Alltag in Deutschland: 2024 wurden in Deutschland 132 Frauen Opfer von Gewalttaten mit tödlichem Ausgang durch ihre Partner oder früheren Partner. Die Zahl der getöteten Frauen ist damit um knapp 15 Prozent gesunken. Die Zahl der weiblichen Opfer von häuslicher Gewalt ist jedoch nochmal im Vergleich zum Vorjahr von 180.715 auf 187.128 um 3,5 Prozent gestiegen. Bund und Länder handeln, um dieses Problem auf allen Ebenen zu bekämpfen. Denn jeder Fall ist ein Fall zu viel.
Gewalt gegen Frauen geschieht jedoch nicht nur in der Partnerschaft oder Familie. Das Lagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ gibt einen Gesamtüberblick über frauenfeindliche Straftaten im Bereich der Politisch motivierten Kriminalität und Straftaten, die generell überwiegend zum Nachteil von Frauen begangen werden: Sexualstraftaten, Digitale Gewalt, Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung, Tötungsdelikte. Patriarchale Denkmuster sind tief in der Gesellschaft verankert. Die Taten statistisch zu erfassen und damit an die Öffentlichkeit zu bringen ist nur der erste Schritt. Diese Daten bilden die Grundlage, um weitere Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
Das kam doch bestimmt schon von der Vorgängering von Alexander Dobrindt…
Liest man das Lagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“, man kann es dort herunterladen, erkennt man schnell, der kleine Friedrich lügt:
Häufigste Tätergruppe
Männer sind mit Abstand die häufigste Tätergruppe bei geschlechtsspezifischen Straftaten gegen Frauen:
- Sexualstraftaten: 97,9 % der Tatverdächtigen sind männlich.
- Häusliche Gewalt: 89,2 % der Tatverdächtigen sind männlich, bei Partnerschaftsgewalt sogar 98,3 %.
- Digitale Gewalt: 79,5 % der Tatverdächtigen sind männlich.
- Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung: 74,0 % der Tatverdächtigen sind männlich.
- Tötungsdelikte: 84,9 % der Tatverdächtigen sind männlich, bei Partnerschaftsgewalt 98,1 %.
Altersgruppe: Die meisten Tatverdächtigen sind über 30 Jahre alt (z. B. 71,6 % bei frauenfeindlichen Straftaten der Hasskriminalität, 64,0 % bei Menschenhandel).
Höchste Zuwächse bei Tätergruppen
Frauenfeindliche Straftaten (Hasskriminalität):
Anstieg um 73,3 % von 322 (2023) auf 558 Delikte (2024).
Besonders stark gestiegen: Beleidigungen (+84,0 %) und Volksverhetzung (+13,6 %).
Digitale Gewalt:
Anstieg der Tatverdächtigen um 122,1 % seit 2020.
Besonders stark: Nötigung, Bedrohung, Stalking (+135,7 %) und Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen (+125,6 %).
Sexualstraftaten:
Anstieg der Tatverdächtigen um 28,7 % seit 2020.
Besonders stark: Sexuelle Belästigung (+57,9 %) und Vergewaltigung, sexuelle Nötigung (+24,2 %).
Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung:
Anstieg der Tatverdächtigen um 17,2 % seit 2023.
Abschließende Bemerkung
Zusammenfassend kann man sagen, die Dunkelziffer ist beträchtlich, die Gefahr ist über all, die Motivation von Männern ist nicht abhängig von der Herkunft, und Gewalt gegen Frauen ist systematisch.
Keine Frage, der Gesetzgeber muss hier überall was machen. Ob Friedrich Merz als Bundeskanzler da fachlich der richtige Ansprechpartner ist, wage ich zu bezweifeln. Hätte er mal lieber den Mund gehalten.

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