Kommunalwahl: Vorläufiges Ergebnis und Bestätigung der Erkenntnisse

Stichwahl zwischen Mirko Heuer (CDU) und Lars Barlsen (SPD)

Am 13. September 2026 haben die Wahlberechtigten in Langenhagen über die Zusammensetzung des Stadtrats sowie über die Bürgermeisterin bzw. den Bürgermeister der Stadt abgestimmt. Nach Auszählung aller 50 von 50 Wahlbezirken liegt nun das vorläufige Ergebnis vor. Eine amtliche Feststellung steht noch aus, zudem ist für die Sitzverteilung im Rat noch ein Losentscheid erforderlich. Die Wahlbeteiligung lag in Langenhagen bei 59,22 %.

Inhaltsverzeichnis

Bürgermeisterwahl: Keine absolute Mehrheit, Stichwahl nötig

Bei der Wahl der Bürgermeisterin bzw. des Bürgermeisters konnte keiner der sechs Kandidatinnen und Kandidaten die absolute Mehrheit erreichen. Es kommt daher zur Stichwahl zwischen Mirko Heuer (CDU) und Lars Barlsen (SPD).

Kandidat*innen Bürgermeisteramt

Prozent 

Heuer, CDU

36,11 %

Barlsen, SPD

33,84 %

Alenberg, AfD Niedersachsen

16,86 %

Röttger, FDP

1,92 %

Hasenkamp, Die PARTEI

2,81 %

Eilers, WAL

8,46 %

Quelle: Region Hannover

Der Amtsinhaber Mirko Heuer von der CDU muss also in die Stichwahl. Sein Gegner dabei ist der unbekannte und junge SPD Kandidat der SPD Lars Barlsen. Eine Stichwahl gegen einen AfD Kandidaten konnte somit vermieden werden, doch offenbar wollen immerhin rund 17 % der Wähler*innen aus Langenhagen in 1933 zurück. Andreas Eilers von der WAL kam auf rund 8,5 %, er blieb bei mir eher populistisch „haften“ im Gedächtnis und die unheimliche Nähe zu einem Verschwörungstheoretiker (der jedoch nicht in den Stadtrat gewählt wurde). Marion Hasenberg kann zu mindest einen Achtungserfolg erzielen, schade eigentlich.

Ratswahl: SPD stärkste Kraft vor CDU und AfD

Bei der Wahl des Rates der Stadt Langenhagen liegt die SPD mit 28,34 % vor der CDU (23,85 %) und der AfD Niedersachsen (20,44 %). Die GRÜNEN kommen auf 12,47 %, Die Linke auf 5,25 %, die WAL-Wählergemeinschaft auf 3,22 %, BSW Niedersachsen auf 2,54 %, die FDP auf 2,40 % und Die PARTEI auf 1,49 %.

Quelle: Region Hannover

Sitzverteilung: Ein Sitz noch per Losentscheid offen

Auf Basis des vorläufigen Ergebnisses wurden bislang 42 Sitze vergeben:

Partei

Sitze

SPD

12

CDU

10

AfD Niedersachsen

9

GRÜNE

5

Die Linke

2

BSW Niedersachsen

1

Die PARTEI

1

WAL

1

FDP

1

Gesamt

42

Gewählte Stadtratsmitglieder

Partei

Kandidat/in

Mandat

Stimmen

SPD

Zach, Elke

Wahlbereich I – Langenhagen West, direkt

688

SPD

Sander, Anja

Wahlbereich I – Langenhagen West, Listenplatz 2

280

SPD

Brunotte, Irina

Wahlbereich II – Langenhagen Süd, direkt

335

SPD

Stuckmann, Frank

Wahlbereich II – Langenhagen Süd, Listenplatz 1

276

SPD

Barlsen, Lars

Wahlbereich III – Langenhagen Nord, direkt

1.766

SPD

Brunotte, Marco

Wahlbereich III – Langenhagen Nord, direkt

311

SPD

Gleichmann, Matthias

Wahlbereich III – Langenhagen Nord, Listenplatz 2

137

SPD

Dr. Köhler, Marc

Wahlbereich IV – Kaltenweide, Krähenwinkel, direkt

346

SPD

Janik, Dagmar

Wahlbereich IV – Kaltenweide, Krähenwinkel, Listenplatz 2

337

SPD

Wook, Tim Julian

Wahlbereich V – Engelbostel, Schulenburg, Godshorn, direkt

1.699

SPD

Krause, Wolfgang

Wahlbereich V – Engelbostel, Schulenburg, Godshorn, direkt

195

SPD

Brose-Hellwig, Sabine

Wahlbereich V – Engelbostel, Schulenburg, Godshorn, Listenplatz 2

181

CDU

Rieder, Matthias

Wahlbereich I – Langenhagen West, Listenplatz 1

356

CDU

Voigt, Maximilian

Wahlbereich II – Langenhagen Süd, direkt

306

CDU

Bloch, Elisabeth

Wahlbereich II – Langenhagen Süd, Listenplatz 2

147

CDU

Hopfe, Claudia

Wahlbereich III – Langenhagen Nord, direkt

569

CDU

Semmler, Torsten

Wahlbereich III – Langenhagen Nord, Listenplatz 2

228

CDU

Hunger, Steffen

Wahlbereich IV – Kaltenweide, Krähenwinkel, direkt

474

CDU

Hülsmann, Jan

Wahlbereich IV – Kaltenweide, Krähenwinkel, Listenplatz 2

344

CDU

Auras, Bettina

Wahlbereich V – Engelbostel, Schulenburg, Godshorn, direkt

973

CDU

Döpke, Lutz

Wahlbereich V – Engelbostel, Schulenburg, Godshorn, direkt

934

CDU

Müller, Ulrich Bernhard

Wahlbereich V – Engelbostel, Schulenburg, Godshorn, Listenplatz 2

597

GRÜNE

Geretshauser, Monika

Wahlbereich I – Langenhagen West, Listenplatz 1

105

GRÜNE

Thiemann, Antonia Lara

Wahlbereich II – Langenhagen Süd, Listenplatz 1

112

GRÜNE

Jagau, Ulrike

Wahlbereich III – Langenhagen Nord, Listenplatz 1

217

GRÜNE

Musfeldt, Silke

Wahlbereich IV – Kaltenweide, Krähenwinkel, Listenplatz 1

222

GRÜNE

Dr. Benzler, Ulrich-Lorenz

Wahlbereich V – Engelbostel, Schulenburg, Godshorn, Listenplatz 1

221

FDP

Balk, Joachim

Wahlbereich III – Langenhagen Nord, Listenplatz 1

110

AfD

Fehn, André

Wahlbereich I – Langenhagen West, direkt

420

AfD

Schnehage, Luca-Elias

Wahlbereich I – Langenhagen West, Listenplatz 2

133

AfD

Schäfer, Daniel

Wahlbereich II – Langenhagen Süd, Listenplatz 1

350

AfD

Alenberg, Jürgen

Wahlbereich III – Langenhagen Nord, direkt

593

AfD

Schubel, Enrico

Wahlbereich III – Langenhagen Nord, Listenplatz 2

175

AfD

Kuschel, Jan

Wahlbereich IV – Kaltenweide, Krähenwinkel, direkt

989

AfD

Borower, Mark

Wahlbereich IV – Kaltenweide, Krähenwinkel, Listenplatz 2

199

AfD

Mičuda, Antonio

Wahlbereich V – Engelbostel, Schulenburg, Godshorn, direkt

281

AfD

Plinke, Karl

Wahlbereich V – Engelbostel, Schulenburg, Godshorn, Listenplatz 2

199

Die Linke

Erdem, Cahide

Wahlbereich I – Langenhagen West, Listenplatz 1

94

Die Linke

Beuth, Catharina

Wahlbereich III – Langenhagen Nord, Listenplatz 1

62

Die PARTEI

Brackmann, Cary

Wahlbereich I – Langenhagen West, Listenplatz 1

68

BSW

Demir, Murat

Wahlbereich I – Langenhagen West, Listenplatz 1

164

WAL

Eilers, Andreas

Wahlbereich IV – Kaltenweide, Krähenwinkel, direkt

700

Der Rat der Stadt Langenhagen bietet keine deutlichen Mehrheiten zwischen den „traditionellen“ Lagern, Rot-Grün und auch die CDU mit der FDP verfügen nicht über eine Mehrheit. Erschreckend das hohe Ergebnis der AfD, als 3. stärkste Kraft gewinnt sie rechnerisch an Einfluss. Hier wird sich auch auf kommunaler Ebene zeigen, ob die CDU ihre Brandmauer hält.

Besonders freut es mich für meine Partei DIE LINKE, zwei Sitze und mit 5,25 % der Stimmen durchaus im niedersächsischen Trend. Auch meine Partei ist in Niedersachsen angekommen und kann es auch nächstes Jahr in den Landtag schaffen.

Was bedeutet das für Langenhagen?

Beim Amt des Bürgermeisters kommt es zur Stichwahl zwischen Amtsinhaber Mirko Heuer (CDU) und Lars Barlsen (SPD). Das ist spannend, da man kaum absehen kann, wie hoch die Wahlbeteiligung zur Stichwahl werden wird und wie sich die Wähler*innen, die sich für andere Kandidaten entschieden haben, nun entscheiden werden. Das ist nicht mehr so leicht abzuschätzen, wie es noch vor der AfD Zeit war. Inhaltlich unterscheiden sich die Kandidaten eher im Mindset und der Offenheit gegenüber aktuellen Themen. Ist Mirko Heuer noch sehr traditionell unterwegs und fiel in seinen Amtszeiten teilweise eher negativ auf, ist Lars Barlsen unbelastet. Er kann auch ohne die belastete SPD nun einen Neuanfang in Langenhagen durchsetzen, wenn ihn die SPD lässt.

Nach den ganzen Bauprojekten der vergangenen Jahre ist jedoch die Liste der Herausforderungen für Langenhagen lang.

Niedersachsenweites Ergebnis (vorläufig)

Partei

Ergebnis (%)

Veränderung (in %)

CDU

27,7

-4,0

SPD

24,5

-5,5

Grüne

13,6

-2,3

FDP

3,6

-2,9

AfD

16,5

+11,9

Linke

5,9

+3,1

Andere

8,2

-0,4

Der Stadtrat trotzt ein wenig dem Trend. Zwar ist die SPD die stärkste Kraft, doch alleine mit den Grünen gibt es keine Mehrheit. So sieht es auch für die CDU aus. Die AfD holte mit knapp 20 % ein deutlich besseres Ergebnis und lässt viel Raum zu Spekulationen. Offenbar gibt es in Langenhagen genügend Bürger*innen, die sich nach 1933 sehnen, das ist fatal und macht Angst, aber nicht Bange.

Die CDU, vor allem wenn Mirko Heuer die Stichwahl für sich entscheiden kann, wird sich an der Brandmauer messen lassen, ob sie im braunen Dreck fischen wird.

Meine Partei DIE LINKE schafft 5,25 % und zieht mit 2 Mandaten in den Stadtrat. Damit sind die Gestaltungsmöglichkeiten zwar ähnlich gering, wie in der letzten Legislatur, aber meine Parteigenossen sind pragmatisch.

Am Ende wird sich zeigen, wie die Politik nun mit diesem gefährlichen Rechtsruck umgehen wird, wie die Parteien mit dem EAE umgehen werden, wie das Thema Sicherheit und Sauberkeit und die Verkehrssituation der der weltoffenen Flughafenstadt und das Thema Umwelt und Schule die kommenden 5 Jahre angegangen werden. Ein „Weiter so“ wäre fatal, Transparenz und Diskurs können nur die Lösung sein, um durch real erfahrbare Demokratie alle Bürger*innen abzuholen.

Für Demokraten beginnt jedoch damit auch der nächste Wahlkampf, nächstes Jahr stehen die Landtagswahlen in Niedersachsen an, da gilt es die Ergebnisse der AfD zu drücken und links der CDU Mehrheiten aufzubauen.

By Marco Kulczyk
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