Wohnen ist ein Menschenrecht – auch in Langenhagen
Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Doch in Langenhagen steigen die Mieten rasant: Aktuell liegen die Durchschnittsmieten bei 9,85 bis 11,98 €/m² – mit einem Anstieg von bis zu 4,3 % im letzten Jahr (Quelle: Immobilienscout24, 2026). In den letzten fünf Jahren sind die Mieten in Langenhagen sogar um 24 % gestiegen (Quelle: mietspiegel-plz.de). Die Folge: Immer mehr Menschen in unserer Stadt sind von Wohnungsnot oder Altersarmut bedroht. Ich sehe es als unsere Aufgabe, hier gegenzusteuern – nicht nur auf Bundesebene, sondern auch vor Ort, in Langenhagen.
Inhaltsverzeichnis
Das aktuelle Rechtsgutachten von Prof. Dr. Thorsten Kingreen (Juni 2026) bestätigt: Ein bundesweiter Mietendeckel ist verfassungsrechtlich machbar. Doch das allein reicht nicht. Wir brauchen flankierende Maßnahmen auf kommunaler Ebene, um den sozialen Wohnungsbau zu fördern – sowohl privat als auch durch kommunale Wohnungsbaugesellschaften.
Warum der Mietendeckel allein nicht ausreicht
Das Gutachten zeigt: Ein Mietendeckel kann Mietexplosionen stoppen und Mieter:innen vor Verdrängung schützen. Doch er löst nicht das grundlegende Problem: Es gibt zu wenig Wohnungen.
- Mietendeckel begrenzt nur die Preise, schafft aber keinen neuen Wohnraum.
- Ohne zusätzlichen Wohnungsbau wird der Druck auf den Markt weiter steigen – besonders in attraktiven Lagen wie Langenhagen.
- Kommunen müssen aktiv werden, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern.
In Langenhagen sehen wir bereits heute, wie dringend das ist: Die Mieten steigen schneller als die Löhne, und viele Haushalte können sich den Wohnraum nicht mehr leisten. Besonders betroffen sind Familien, Alleinerziehende und Senior:innen. Am Ende betrifft es die Menschen und auch den kommunalen Haushalt (Wohngeld).
Kommunale Strategien: Was wir in Langenhagen jetzt tun müssen
Förderung des privaten sozialen Wohnungsbaus
Wir brauchen Anreize für private Investor:innen, die sozialen Wohnungsbau vorantreiben – aber unter klaren Auflagen:
- Steuerliche Vergünstigungen für Vermieter:innen, die Mieten unter der ortsüblichen Vergleichsmiete (aktuell: 9,85–11,98 €/m²) anbieten.
- Zinsgünstige Kredite für Bauherren, die sich verpflichten, einen Teil ihrer Wohnungen als Sozialwohnungen anzubieten.
- Baugrundstücke zu günstigen Konditionen bereitstellen – aber nur, wenn im Gegenzug bezahlbarer Wohnraum entsteht.
Beispiel für Langenhagen: Die Stadt könnte Grundstücke mit Erbbaurecht vergeben – aber nur an Bauherren, die sich zu Mietobergrenzen von max. 9 €/m² verpflichten. So könnten wir den Anstieg der Mieten bremsen und gleichzeitig neuen Wohnraum schaffen.
Stärkung kommunaler Wohnungsbaugesellschaften
Kommunale Wohnungsbaugesellschaften sind ein wichtiges Instrument, um bezahlbaren Wohnraum zu sichern. Doch viele von ihnen sind unterfinanziert oder privatisiert worden. Das muss sich ändern:
- Mehr Investitionen in kommunale Wohnungsbaugesellschaften – durch höhere Zuweisungen aus dem Haushalt der Region Hannover und des Landes Niedersachsen.
- Rückkauf von Wohnungen durch die Stadt Langenhagen, um sie in den Bestand der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften zu überführen.
- Neubau von Sozialwohnungen durch kommunale Unternehmen – mit klaren Mietobergrenzen (z. B. 8–9 €/m²) und langfristigen Bindungen.
Beispiel: In Wien zeigt sich, wie erfolgreich kommunaler Wohnungsbau sein kann. Rund 60 % der Wohnungen sind dort sozial gebunden – mit stabilen Mieten und hoher Lebensqualität. Warum sollte das in Langenhagen nicht möglich sein?
Mietendeckel und kommunale Regulierung kombinieren
Ein bundesweiter Mietendeckel ist ein wichtiger erster Schritt. Doch die Stadt Langenhagen kann zusätzlich lokal wirksame Maßnahmen ergreifen:
- Mietspiegel verbindlich machen – und sicherstellen, dass er regelmäßig aktualisiert wird. Der aktuelle qualifizierte Mietspiegel 2025 (anerkannt vom Rat der Stadt am 15.12.2025) ist ein guter Ansatz, muss aber dynamisch an die Marktentwicklung angepasst werden.
- Zweckentfremdungsverbote durchsetzen: Leerstand und Ferienwohnungen müssen bekämpft werden.
- Milieuschutzsatzungen erlassen, um Luxussanierungen und Verdrängung zu verhindern.
Beispiel: In München gibt es bereits Leerstandsabgaben, um Eigentümer:innen zu motivieren, leerstehende Wohnungen zu vermieten. Warum nicht auch in Langenhagen?
Bürger:innen einbinden – Wohnen als Gemeinschaftsaufgabe
Wohnungspolitik darf nicht nur von oben verordnet werden. Wir brauchen mehr Partizipation:
- Bürgerräte zur Wohnungsfrage einberufen, um lokale Bedarfe zu ermitteln.
- Genossenschaftsmodelle fördern – hier können Mieter:innen selbst zu Eigentümer:innen werden und die Mieten demokratisch gestalten.
- Transparenz schaffen: Die Stadt Langenhagen muss Daten zu Wohnungsmarkt und Mietentwicklungöffentlich zugänglich machen.
Beispiel: In Leipzig haben sich Mieter:innen-Initiativen erfolgreich für mehr sozialen Wohnungsbau eingesetzt – und die Stadt zum Handeln gezwungen. Lasst uns das auch in Langenhagen schaffen!
Das Gutachten als Bestätigung: Ja, es geht!
Das Rechtsgutachten von Prof. Kingreen zeigt: Ein Mietendeckel ist verfassungsrechtlich möglich. Doch es betont auch, dass kommunale Maßnahmen notwendig sind, um die Wohnungsfrage ganzheitlich zu lösen. Die wichtigsten Erkenntnisse:
- Der Bund hat die Kompetenz für einen Mietendeckel (Art. 74 Abs. 1 Nr. 1 GG).
- Mietobergrenzen sind mit Art. 14 GG (Eigentumsschutz) vereinbar – solange keine Verlustvermietung droht.
- Härtefallregelungen und Ausnahmen (z. B. für Neubauten) sind notwendig, um Verfassungswidrigkeit zu vermeiden.
- Kommunen müssen mitziehen – durch Förderung von Sozialwohnungen und Regulierung des Marktes.
In Langenhagen bedeutet das: Wir können und müssen handeln!
Wohnen ist ein Recht – kämpfen wir dafür!
Die Wohnungsfrage ist eine der drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit – und in Langenhagen wird sie immer drängender. Ein bundesweiter Mietendeckel ist ein wichtiger Schritt – aber wir brauchen mehr:
- Kommunale Wohnungsbaugesellschaften stärken – als Gegengewicht zu privaten Investor:innen.
- Privaten sozialen Wohnungsbau fördern – mit klaren Auflagen und Anreizen.
- Lokale Regulierung vorantreiben – von Mietspiegeln bis zu Zweckentfremdungsverboten.
- Bürger:innen einbinden – denn Wohnen geht uns alle an.
Die Linke steht für eine Wohnungspolitik, die Menschen vor Verdrängung schützt und bezahlbaren Wohnraum für alle sichert. Doch das geht nur, wenn wir auf allen Ebenen handeln – Bund, Länder und Kommunen.
In Langenhagen haben wir die Chance, vorbildlich zu handeln. Lasst uns die Mietpreisentwicklung stoppen und bezahlbaren Wohnraum für alle sichern – bevor es zu spät ist.

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