01. September – „Antikriegstag“

Es ist längst nicht mehr 5 vor 12.

Heute, am 1. September 2026, ist in Deutschland „ANTIKRIEGSTAG“. Dieser Aktionstag markiert den Beginn des 2. Weltkriegs und ist seit den 1950er in der DDR und später ab 1966 eingeführt durch DGB (Deutscher Gewerkschafts Bund) und DAG (Deutsche Angestellten Gewerkschaft) in der BRD ein Aktionstag. Der Grund ist einfach, ist aber vielen Menschen in Deutschland gar nicht mehr so bekannt: Der Überfall auf Polen durch das nationalsozialistische Deutsche Reich begann am 1. September 1939 und markiert den Beginn des Zweiten Weltkriegs in Europa.

Inhaltsverzeichnis

Der Aktionstag, den ich auch gerne als „Gedenktag“ sehe, ist heute aktueller denn je, denn die Welt befindet sich mehr denn je vor einem Weltenbrand, und man kann schon lange nicht mehr von 5 vor 12 sprechen. Kriege sind nie ein probates Mittel, damit es den Menschen geht, sie haben meist ihren Grund und das Ziel in den Abgründen des menschlichen Wesens, sei es der Macht wegen, sei es des Profit wegen oder sei es einfach nur egoistisch: Es markiert die Unfähigkeit bedürfnisorientiert zu handeln und das Wohl der gesamten Bevölkerung zu mehren.

Krieg gegen die Ukraine

Kein Krieg ist zu mindest in Europa so präsent, wie der 2. Angriffskrieg Russland auf die Ukraine. Und er verdeutlich doch die Wichtigkeit, Kriege zu vermeiden. Nach dem Zerfall der Sowjetunion und des Warschauer Pakts versuchten alle russischen Präsidenten (gab ja nur zwei seit dem) Russland wieder zur ursprünglichen Größe und Macht zu führen – höchst egoistisch und nicht einmal zum Wohle des Volkes der Russen.

Die Ukraine, die die zarte Pflanze Demokratie langsam zum wachsen bekam, wurde angegriffen und der Krieg dauert an. Das ist in der Tat auch unser Krieg, denn Wladimir Putin wird sich nicht mit der Ukraine begnügen, er möchte Europa, also die Partner der Ukraine demütigen und klein bekommen. Heute ist es wahrscheinlicher, dass Wladimir Putin einen begrenzten Krieg an der Ostfront der NATO provoziert, nicht nur um die in seinen Augen abtrünnigen Balten wieder Heim ins Russische Reich zu holen, nein, er möchte die NATO demütigen, die USA weiter von Europa entfernt wissen, als es jetzt schon ist.

Und der Plan ist für Wladimir Putin alternativlos: Kriegswirtschaft lässt sich nicht einfach per Knopfdruck in normale zivile Wirtschaft umkehren, Inflation und Arbeitslosigkeit wären die Folge und er selbst kann nur mit einem Sieg an der Macht bleiben und überleben.

Krieg gegen den Iran

Der Angriffskrieg der USA und Israels gegen den Iran, flankiert von den Kriegen gegen die Bevölkerung Palästinas ist ebenfalls ein Beleg dafür, dass wir aus den Fehlern der Vergangenheit nicht gelernt haben oder es vielmehr nicht wollen. Die Außenpolitik der USA ist derzeit von Erpressung, Freiheitsberaubung und Angriffskriegen geprägt, es geht wie immer um Macht und Einfluss und natürlich Geld. Diktatur und Terrorismus sind vorgeschoben, zumal sich die USA und Israel immer weiter von demokratischen Ländern entfernen und Regeln und Werte über Bord werfen. Und noch einmal, es geht um die Regierungen, nicht um Glauben und die Menschen.

Das ist in der Tat nicht unser Krieg und man wünschte sich eine ähnlich deutliche Abgrenzung als Deutschland, wie es eins der Altkanzler Gerhard Schröder beim Angriff auf Afghanistan tat, und man möge mir bitte glauben, dass ist auch für mich kein schöner Vergleich, jedoch eine Haltung, die uns abhanden gekommen ist.

Krieg gegen die Demokratie

Weltweit stehen Demokratien unter Druck. Auch in Deutschland. Das ist Krieg gegen die eigene Bevölkerung, denn die Demokratie ist zur Zeit alternativlos, wenn man daran denkt, dass es ja um die Menschen, Menschlichkeit und Gerechtigkeit geht. Demokratie garantiert nicht nur Meinungsfreiheit, Demokratie garantiert auch, dass alle Menschen frei leben können, sich entwickeln können und friedlich Konflikte lösen.

In Deutschland ist die Demokratie gleich zweifach bedroht. Zum einen bedroht die AfD direkt die Demokratie, sie nutzt ihre Strukturen aus, um sie abzuschaffen, und zum anderen agieren derzeit auch CDU und CSU mit Unterstützung der SPD Demokratie gefährdend. Sozialer Ausgleich und Gerechtigkeit sind derzeit nicht erkennbar, der Herbst der Reformen wird das verschärfen. So kann man Demokratie auch abschaffen.

Innehalten und Ärmel hoch krempeln

Das alles ist natürlich kein Grund für eine Depression oder Resignation, eher im Gegenteil. Hoffnung machen die zahlreichen Aktionen, die auch in Deutschland regelmäßig zeigen: Es gibt sie noch, jene, die sich für Frieden einsetzen und jene, die gegen den aufkeimenden Faschismus kämpfen, ganz demokratisch mit Demonstrationen. Hoffnung und Zuversicht also. Bleibt stabil.

By Marco Kulczyk
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