Der Wolf. Der Mensch. Wie geht man damit um?

Die aktuelle Lage in Hamburg ging breit durch die Medien. Ein Wolf. Ein Mensch. Und es passierte, was passieren musste. Ich hatte schon bei den ersten Meldungen das Gefühl, da stimmt was nicht. Und richtig, der Mensch ging auf den Wolf zu, um zu „helfen“. Würde ich Menschen in Alaska oder Kanada fragen, ob sie auf Bären zugehen, wenn sie mal wieder Mülleimer an Siedlungshäusern plündern, weil man ihnen helfen will, würden sie mich wahrscheinlich ansehen, als würde ich von einem anderen Planeten kommen.

Nein. Natürlich tut mir die Frau leid, die verletzt wurde. Aber Wildtieren, und seien sie noch so hilfsbedürftig oder niedlich, nähert man sich nicht!

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz hat sogar eine Handlungsempfehlung herausgegeben, die kennen sich in der Tat damit aus, aber das Netz ist natürlich auch ein guter Ratgeber, wenn man die Informationen verifizieren kann. Was also tun, wenn man einem oder mehrerer Wölfe begegnet?

  • Ruhe bewahren: Bleiben Sie ruhig und vermeiden Sie hektische Bewegungen.

  • Abstand halten: Beobachten Sie den Wolf aus respektvollem Abstand, wie bei anderen Wildtieren. Fühlen Sie sich unwohl? Ziehen Sie sich langsam zurück, ohne den Wolf aus den Augen zu verlieren.

  • Nicht wegrennen: Laufen Sie nicht weg – das könnte den Jagdreflex des Wolfs auslösen.

  • Wolf Zeit und Raum geben: Wenn der Wolf Sie bemerkt, wird er sich meist langsam zurückziehen (z. B. durch Davontraben). Verfolgen Sie ihn nicht, sondern geben Sie ihm die Möglichkeit, sich zu entfernen.

  • Fotos machen (falls möglich): Nutzen Sie die Situation für Fotos, aber verfolgen Sie den Wolf nicht. Die Fotos sind nicht für das Familienalbum gedacht, melden Sie die Wolfssichtung den örtlichen Behörden / Forstamt.

  • Für Fahrradfahrer und Reiter: Bleiben Sie ruhig und warten Sie, bis sich der Wolf zurückzieht.

  • Beim Rückzug: Wolf im Blick behalten, Fahrrad ggf. schieben und Pferde führen, falls sie nervös sind.

  • Für Autofahrer: Wölfe zeigen meist keine Scheu vor Fahrzeugen. Klatschen oder Lärm aus dem Auto wirkt oft nicht abschreckend.

  • Nicht füttern oder anlocken: Füttern Sie den Wolf unter keinen Umständen – das könnte ihn an Menschen gewöhnen und gefährlich machen. Locken Sie ihn nicht an.

  • Bei neugierigen Wölfen (besonders Jungtiere): Bleiben Sie stehen und treten Sie selbstbewusst auf. Gehen Sie ggf. auf das Tier zu, statt wegzulaufen. Machen Sie Lärm, machen Sie sich groß, schwenken Sie Arme oder Kleidung, schreien Sie oder werfen Sie Gegenstände, um den Wolf einzuschüchtern.

  • Hund an der Leine führen: Lassen Sie Ihren Hund nicht frei laufen – er könnte als Eindringling angegriffen werden. Halten Sie Ihren Hund nah bei sich.

Die gleichen Regeln gelten auch für mehrere Tiere.

Wichtig: Wölfe sind normalerweise scheu und meiden Menschen. Mit diesem Verhalten minimieren Sie das Risiko einer gefährlichen Situation.

Wenn man diesen Empfehlungen auch in Siedlungen und Städten folgt, ist man sicher. Wildschweine sind da unberechenbarer.

Und bitte jetzt nicht in Panik geraten. Die Menschen in bestimmten Bereichen der erde haben gelernt, mit Raumtieren zu leben aber auch mit wilden Tieren. Man muss nur nach Alaska oder Kanada blicken, da meine ich zum Beispiel Eisbären, die mittlerweile auch an Häusern den Müll durchsuchen, oder Afrika, dem Kontinent der Löwen und nicht zu vergessen der Elefanten… das sind nur Beispiele. Und dort geht es ja auch, dass Mensch und Tier friedlich nebeneinander existieren.

Und noch etwas: Es ist der Mensch, das grausame Tier! Nicht das Tier.

By Marco Kulczyk
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