Der eine oder andere Langenhagener*in wird sie vielleicht nicht kennen oder nur nebenbei mitbekommen haben, dass es eine kleine Partei gibt, die schon seit einiger Zeit in Langenhagen Präsenz zeigt: Die WAL oder ausgeschrieben „Wählergemeinschaft-Alternative für Langenhagen“. Andreas Eilers ist in der Partei sicher noch der „prominenteste“ Vertreter, er ist auch im Rat der Stadt Langenhagen als Ratsmitglied für die WAL seit 01.11.2016 vertreten, dort im Bildungs-, Schul- und Kulturausschuss der Stadt Langenhagen und hat auch ein Mandat im Ortsrat Kaltenweide als Ortsratsmitglied für die WAL seit 01.11.2021.
Inhaltsverzeichnis
Intro
Nun wird die WAL auch 2026 zur Kommunalwahl antreten und ich möchte die Gelegenheit nutzen, über meine Recherchen zu informieren. Bei der WAL war es etwas leichter, als bei der AfD, da die WAL nicht nur Stammtische und Marktstände organisiert, auch in Sozialen Netzwerken ist die WAL unterwegs.
Die Website der WAL ist vorhanden, jedoch kann man manchmal nicht wirklich erkennen, wie aktuell Beiträge sind. Ich habe also genommen, was ich gesehen habe. Offenbar kandidiert die WAL mit Andreas Eilers , Gerriet Kohls, Anette Anders, Andrea Eilers, Norman Frigge, Monika Marherr, Oliver Krüger, Uwe Finsel, Ursula Missner, Viktor Plat, Norbert Missner, Banafshe Aberoumandi, Bernd Speich und Brigitte Sewcz. Gleich auf der Startseite wurde ein Screenshot aus einer Zeitung eingebunden, jedoch ohne Quellangabe und Datum. Ich gehe mal davon aus, dass es die Kandidaten für 2026 sind, auch wenn das Wahlprogramm auf mich wirkt, als käme es von der letzten Kommunalwahl.
Andreas Eilers kandidiert dabei offenbar als Bürgermeister, zu mindest kann man das in kleinen Videos auf Facebook, Instagram und TikTok sehen. Dort kann man auch erahnen, wie das Wahlprogramm für 2026 aussieht. Gerriet Kohls ist ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt, im wahrsten Sinne des Wortes. Doch dazu später mehr.
Andreas Eilers ist seit 2016 im Stadtrat. Man sollte also meinen, sein Programm Bürgermeister zu werden wäre konkret und geschärft. Das fehlende Wahlprogramm blende ich mal aus, ich habe mir die Zeit genommen, mir die Videos anzusehen. Da bekommt man den Eindruck, er möchte die Probleme der Stadt nicht nur ansprechen sondern auch lösen, doch das „Wie“ bleibt er schuldig oder hat in seiner Zeit nicht gelernt, wie man etwas umsetzen kann. Seine Themen sind die üblichen Aufreger, als Politiker kann man das machen, aber da sind in der Kommunalpolitik Grenzen gesetzt.
Themen, die angesprochen werden
Zur geplanten Erstaufnahmeeinrichtung in Langenhagen möchte er gerne eine Art Bürgerdialog führen und die Kommunikation verbessern. Kein Thema, Bürgermeister Mirko Heuer und der Stadtrat haben da echt nur Show gemacht und dem Ruf der Stadt Langenhagen eher geschadet, doch es gibt eben jene Grenzen, die ich schon oft hier in Beiträgen beschrieben habe. Auch glaube ich nicht an seine Intention, denn solche Dialoge werden eher von Populisten genutzt, um günstig Wählerstimmen einzufangen und Ängste zu schüren, statt sie zu mildern. Bei seinem Umfeld glaube ich ihm das nicht.
Auch Andreas Eilers möchte mit „Freizeit“ punkten. Statt einer Festwiese kritisiert er den Abriss des Musikpavillons und die Situation der Lesehalle und möchte gerne den Platz vor der Pferderennbahn mieten, um dort Veranstaltungen zu ermöglichen. Nun sollte ein Stadtratsmitglied wissen, dass beispielsweise der Musikpavillon abgerissen wurde, da die Instandhaltung einfach zu teuer war. Er fordert ja auch in einem anderen Beitrag, man solle sich auf Schulen, Kitas und Spielplätze statt auf Wohnungen konzentrieren, was dann im Widerspruch zu den anderen Freizeitprojekten steht.
Der Bürger in Uniform Andreas Eilers bedient weitere Aufreger, wie die Rattenplage in Krähenwinkel, Parkchaos, Wohnungsnot, mit der eben erwähnten Priorisierung. Ein Kommentar eines Lesers bei Facebook war so denn auch bezeichnend: Ob Andreas Eilers auch konkrete Konzepte hat. Dem kann ich mich nur anschließen.
Themen wie die schnellere Umsetzung von Nahwärme-Ausbau oder Straßensanierungen zeugen von wenig Realitätsbezug. Auch Turbobaustellen der Autobahnverwaltung sind nur möglich, bei konkreter Planung, Haushaltspositionen und Firmen, die das auch erreichen können. Spielplätze für eingeschränkte Kinder barrierefreier zu machen konnte Andreas Eilers auch schon als Ratsmitglied auf den Weg bringen, kein anderer Abgeordneter würde das ohne Grund stoppen, mit Ausnahme wahrscheinlich der AfD. Flächen anzumieten für Veranstaltungen belasten den Haushalt, im Umkehrschluss möchte ja Andreas Eilers auch eher mehr Parkraum schaffen, sich fokussieren auf Schulen und KITAS, Wohnungsbau, vor allem bezahlbarer Wohnraum ist, ist ebenfalls dem Ziel Schulen und Kitas unterworfen.
Da aber hinter seinen Statements kein Fundament in Form von Wahlprogramm oder Konzepten ist, bleibt er das wohl bis zur Wahl schuldig und wird wahrscheinlich auch die kommende Legislaturperiode nur „Aufreger-Politik“ betreiben.
Umfeld des Kandidaten
Über das Umfeld und einen Kandidaten bin ich gestolpert. Gerriet Kohls. Gerriet Kohls ist Geograph. Studiert hat er Geographie, Chemie und Politikwissenschaft (M.A.), Studium der Geoinformatik (M.Eng.). Dazu kommt, er kandidierte für das EU-Parlament 2014, den Bundestag 2013 und den Landtag Niedersachsen 2013. Er betreibt zusätzlich einen Blog mit „Dreizack“ im Namen, was erst einmal nichts bedeutet und war in der Vergangenheit auch ansonsten recht umtriebig, stand er doch auch mal bei einer Demonstration auf der Bühne, hat eine Rede gehalten und das wurde auch als Video aufgezeichnet.
Liest man den Blog und recherchiert ein wenig im Internet, man findet ja immer Spuren, so bin ich persönlich schon beunruhig. AfD-Nähe! Im Blog verlinkt Gerriet Kohls unkritisch AfD-Veranstaltungen (Demokratiekongress der AfD-Fraktion), Videos von Alice Weidel und Tino Chrupalla, und übernimmt AfD-Framing („links-grün-woke Gesellschaft“, Kritik an „Zensur“ und „Sprechverboten“). Es gibt keine Distanz oder journalistische Einordnung – die Beiträge lesen sich wie Verstärkung von AfD-Positionen. Dazu werden Verschwörungstheoretiker und NIUS Beiträge eingebettet. Das wird wie folgt verstärkt:
Rechte Ideologie / völkisches Denken
- Verwendung des Begriffs „Bastardmoderne“ für eine als negativ dargestellte multikulturelle Gesellschaft – das ist ein Begriff aus der Neuen Rechten (Verweis auf „Edition Tumult“, ein bekanntes rechtsextremes Verlagsprojekt).
- Rhetorik vom „großen Austausch„/Umvolkung („Ureinwohner“, „verschwinden aus dem Straßenbild“) – ein Kernnarrativ der identitären/rechtsextremen Szene.
- Unterscheidung „Volk“ vs. „Bevölkerung“ im völkischen Sinn.
- Pauschale Abwertung von Migranten („völlig ungebildete Personen“, „religiöse Fanatiker“).
- Bezug zu Roland Tichy, „Politik mit Kopf“ und anderen rechten/rechtspopulistischen Medien-Kanälen als Quellen.
Verschwörungstheorien
- Corona: „experimentelle Zwangsimpfungen„, „Menschenversuch“ (Ex-Pfizer-Toxikologe-Video), Lockdowns als Mittel zur „Zielerreichung“.
- „The Great Reset“ / Klaus Schwab wird als Beleg für einen geplanten globalen Umsturz zitiert – klassisches Verschwörungsnarrativ.
- Nahelegen, dass Politik/Regierung bewusst Infrastruktur zerstört („gesprengt“, „Zerstörungswut“) und Bürger absichtlich krank/gestresst hält.
- Forderung nach Aktivierung der sabotierten Nord-Stream-Pipeline, mit prorussischer Rahmung (Putin-Zitate unkommentiert übernommen, EU/Ukraine-Kritik einseitig).
- Kriegsrhetorik: „Kriegstreiber“, Regierung als Kriegspartei dargestellt.
Rückschluss
Die Werbekampagne ohne tatsächliche Konzepte, fehlendes Wahlprogramm und die inhaltliche Nähe zur AfD aus dem direkten Umfeld vom Kandidaten lassen nur einen Schluss zu: Nicht wählbar! Entweder ist es eine Gruppe, die sich von der AfD abgespaltet hat oder mit ihr kuscheln möchte. Der Bürgermeisterkandidat Andreas Eilers wird von seinem Umfeld wissen und das wird sicher auch Thema des Verfassungsschutzes sein, die Gerriet Kohls wahrscheinlich schon auf dem Schirm haben. Andreas Eilers und seine vielleicht demokratischen Kameraden der WAL hätten Gerriet Kohls ja auch schon lange rausgeworfen, aber er war ja auch Kandidat in der Vergangenheit (siehe oben) und wieder, für den Stadtrat.
Nicht wählbar.

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