Jens Spahn hat mit seiner Tat als Politiker der Demokratie nachhaltig geschadet. Sein Rücktritt vom Amt als Fraktionsvorsitzender der CDU und CSU ist auch nur ein Halber und er und seine Mitwisser können dies nicht als „Fehltritt“ abtun. Die Bürger*innen der Bundesrepublik wählen alle 4 Jahre Politiker in den Bundestag und gehen damit in Vorleistung in Form von Vertrauen, dass Politiker mit diesem Vertrauen sorgsam und weise umgehen. Sie sollen in ihrem Auftrag das Land und somit sie, die Bürger*innen, regieren, sie haben also Transparenz und Ehrlichkeit verdient. Überspitzt könnte man sagen, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bürger*innen und Regierung ist zumindest stark geschädigt. Doch warum ist das so?
Erwischt: Jens Spahn ist eine Wette eingegangen, er hat ein Kind in den USA in Auftrag gegeben und hat dieses nach Erhalt der „Ware“ auch noch in sozialen Medien geteilt. Täter machen Fehler, dumm nur, wenn man mit seiner Tat auch noch prahlt.
Vorsatz: Ein Kind bei einer Leihmutter zu beauftragen ist kein Vorgang, wie wir ihn von Online-Shops kennen: Bestellen aus dem Katalog, bezahlen, Lieferung in 14 Stunden frei Haus. Nein, das muss geplant werden plus 9 Monate Schwangerschaft. Mal abgesehen ist so was kein „Spontankauf“, also auch kein Affekt.
Mittäterschaft: Glauben wir mal Jens Spahn, dass er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorab informiert hatte. Dann hat er zumindest die Tat gedeckt.
Lüge:
„Mir ist in den letzten Tagen bewusst geworden, dass mein persönliches Glück, gemeinsam mit meinem Mann eine Familie zu gründen und Vater zu werden, nicht vereinbar ist mit meinem politischen Amt.“
Jens Spahn stellt sich hier als Opfer dar, das er gar nicht ist. Bei der langen Planungsphase (Vorsatz) ist ihm zumindest klar gewesen, dass er entgegen allen selbst gesetzten Entscheidungen gelogen hat. In einem Interview mit dem Magazin GQ (2015) äußerte sich Spahn, damals gesundheitspolitischer Sprecher der Unionsfraktion, kritisch und sagte:
„Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden.“
Finanzierung: Selbst wenn der Mann von Jens Spahn die Leihmutterschaft mitbezahlt hat, kann man vermuten, dass das Kind mit Steuermitteln finanziert wurde, da Jens Spahn als Abgeordneter im Bundestag monatliche Diäten erhält, die aus Steuergeldern finanziert sind. Die Bürger*innen der Bundesrepublik sind also zu mindestens Co-Käufer.
Halber Rücktritt: Der Rücktritt nur vom Fraktionsvorsitz zeugt nicht von Schuldbewusstsein oder Eingeständnis. Er wird als Abgeordneter weiterhin Entscheidungen treffen und von Bürger*innen dafür bezahlt. Das ist unverschämt und respektlos gegenüber den Bürger*innen.
Jens Spahn fällt gerade in eine Opferrolle, die es schwer macht, das verlorene Vertrauen in eine Regierung und Partei zurückzugewinnen, nicht in der heutigen Zeit. Wäre Jens Spahn bei der Planung von allen Ämtern zurückgetreten aus privaten Gründen, wäre wahrscheinlich nicht so eine Welle gemacht worden. Oder hätte er den legalen Weg einer Adoption gewählt, dann wäre er sogar gefeiert worden. Stattdessen zeigt Jans Spahn als Person, was CDU Politiker seit jeher gemacht haben: Wasser predigen, Wein trinken.
Er treibt es dabei auf die Spitze und beleidigt zum einen Alleinerziehende, die durchaus Job und Karriere mit einem oder mehrer Kinder auf die Kette bekommen (wenn auch nur mit größten Entbehrungen und Anstrengungen, sie sind ja nicht so privilegiert, wie Jens Spahn) und er zeigt allen Menschen, deren Kinderwunsch sich nicht erfüllt: Wenn Du Geld und Macht hast, ist es egal, du machst es einfach!
Schande. Ein weiterer Fall von Vertrauensmissbrauch, den die AfD nutzen wird!
Hinweis: Die Bezeichnung Täter steht hier rein im moralischen Kontext, juristisch hat Jens Spahn nicht gegen geltendes deutsches Recht verstoßen.

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